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Einen digitalen 360-Grad-Rundgang durch die frühere Haftanstalt auf dem Neubrandenburger Lindenberg zu ermöglichen, ist das Ziel eines aktuellen Kooperationsprojektes der Hochschule Neubrandenburg und der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg. Im Mai dieses Jahres wurden die Räumlichkeiten digital erfasst. Seitdem wird das Material bearbeitet und für die öffentliche Präsentation vorbereitet. Mit einem Ergebnis ist im Herbst 2023 zu rechnen.

Enge Zusammenarbeit mit Zeitzeugen

Aufgrund der Größe der Haftanstalt wurden einzelne Räume und Flächen ausgewählt, die später digital zu sehen sein werden. Dieser Prozess wurde von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen begleitet, die zwischen 1987 und 1989 Inhaftierte des Ministeriums für Staatssicherheit in der Haftanstalt waren. Die Entscheidung fiel vor allem für Orte, die den Alltag in der Haftanstalt prägten, Teile der originären Grundstruktur sichtbar machen und einen gesamträumlichen Eindruck vermitteln.

Das hohe öffentliche Interesse an einem Blick hinter die Mauer zeigte sich im Sommer 2022, als rund 1.000 Menschen den Aktionstag Lindenberg nutzten, um die Haftanstalt zu begehen. Der digitale Rundgang macht auch Räume sichtbar, die damals nicht zu sehen waren.

Die Haftanstalt wurde in den Jahren 1987 bis 1989 von der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) genutzt und Anfang der 1990er Jahre umgebaut. Danach folgte eine rund 30-jährige Nutzung als Justizvollzugsanstalt. Das Objekt wurde im Jahr 2018 geschlossen. Unterstützung erfährt das Projekt zur Digitalisierung des Objektes durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern e. V. (RAA MV e.V.).