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Mein nordwestdeutscher Lieblingsradiosender geht mir Nordostdeutschem schon wieder mit Grünkohl auf den Keks. Habe ich hier im Blog schon behauptet, das Wintergemüse gebe es bei mir nur zu Weihnachten, so vermelde ich jetzt, gut sechs Wochen vor dem Fest, weichgekocht worden zu sein.

Wobei das nur die halbe Nachricht ist. Spinat hatte ich gerade nicht im Haus, Grünkohl vorsorglich schon. Fünf Minuten vor Herd kam Nachbar Peter zwar mit einer großherzigen Spinatofferte aus eigenem Garten um die Ecke, aber da war der Speiseplan bereits losgetreten. Außerdem: Grünkohl mit Wurstigem und Fleischlichem ist ja nun keine neue Zeitung. Mit Wildlachs wohl schon eher. Andersherum: In Florenz und Region bringen die Italiener Spinat und Fisch zusammen. Also, Strelitzius war gestern mal wieder experimentierfreudig, und hat es nicht bereut.

Ein Kilo TK-Grünkohl habe ich in etwas Margarine bei mäßiger Temperatur schmelzen lassen, gesalzen, gepfeffert und mit Muskat kräftig gewürzt. Parallel dazu habe ich die 650 Gramm Fischfilets, mundgerecht zerteilt, 15 Minuten lang zugedeckt in einem Sud aus einem Achtelliter Weißwein, zwei Lorbeerblättern und einem Bund krauser Petersilie ohne Stengel bei schwacher Temperatur ziehen lassen.

In der Zwischenzeit habe ich ein Stück Hartkäse gerieben und ein paar Stengel Schnittknoblauch in Röllchen geschnitten. Küchenkräuter anbauen, ich kann es nur empfehlen.

Jetzt habe ich zwei gewürfelte Zwiebeln in etwas Öl angebraten und den abgetropften Grünkohl dazugegeben. Das Kohlwasser habe ich vorher über ein Sieb aufgefangen. Grünkohl und Fisch habe ich dann in eine ausgefettete Auflaufform gegeben. Nun der Clou: Fischfonds und Kohlwasser zusammenbringen und bei hoher Temperatur auf die Hälfte reduzieren. Anschließend die übrige Flüssigkeit über Kohl und Fisch gießen, ein paar Spritzer Zitronensaft dazu, mit Käse bestreuen und den Auflauf bei 220 Grad im Ofen eine gute Viertelstunde lang werden lassen.

Am Ende das Gericht dekorativ mit den Lauchröllchen bestreuen und auf den Tisch bringen, wo Worcestersauce nicht fehlen sollte. Zwei, drei Scheibchen Ciabatta können auch nicht schaden. Ich habe das Weißbrot heute nach morgendlichem Blick auf meine Waage ausnahmsweise weggelassen. Wie sagte der Koch im „Regolin“ in Diemitz (Strelitzius berichtete) neulich beim Servieren am Tisch: „Een juten Schmatz!“ Den wünsche ich auch.