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Zum Jubiläum erscheint auch ein Buch.

Anlässlich „30 Jahre Städtebauförderung in M-V“ wird am heutigen Donnerstag von 20 bis 22 Uhr in der Residenzstadt Neustrelitz das Carolinenstift in der Semmelweisstraße illuminiert. Die Passanten können sich auf eine effektvolle Lichtshow von Eric Wegner aus Neustrelitz freuen. Die Restaurierung des früheren Krankenhausareals und seine Umnutzung zum Wohnen durch die Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft neuwo GmbH war das umfangreichste Sanierungsvorhaben in der Stadt.

Zum Jubiläum gibt die Stadt Neustrelitz außerdem ein Buch mit einer umfangreichen Bild-Dokumentation zur Stadterneuerung heraus. Das Buch „Neustrelitz gestalten – 30 Jahre Stadtsanierung“ gibt einen Überblick über die privaten und öffentlichen Baumaßnahmen zur Revitalisierung der denkmalgeschützten Innenstadt. Auf 92 Seiten werden anhand ausgewählter Beispiele der Jahre 1991 bis 2021 die Besonderheiten, Potenziale, Ziele und Ergebnisse von Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden und Infrastruktur dargestellt. Das Buch ist ab dem 5. November 2021 in der Tourist- und Nationalparkinformation, Strelitzer Straße 1, in Neustrelitz erhältlich. Eine Spende ist erwünscht.

https://www.neustrelitz.de/de/stadtentwicklung-amp-wirtschaft/30-jahre-stadtsanierung-in-neustrelitz

118 Hektar Stadtdenkmal Innenstadt

Als Neustrelitz im Jahr 1991 in das Städtebauförderprogamm aufgenommen wurde, stand die Stadt vor der Herausforderung, das umfangreiche bauliche Erbe der ehemaligen herzoglichen Residenz- und Landeshauptstadt von Mecklenburg-Strelitz zu retten. Neustrelitz wurde 1733 als spätbarocke Planstadt nach dem Vorbild einer italienischen Idealstadt gegründet worden. Im Mittelpunkt steht die europaweit einzigartige sternförmige Stadtanlage um den ein Hektar großen quadratischen Marktplatz mit acht abgehenden Straßen. Das Stadtbild prägen zahlreiche repräsentative Profan- und Sakralbauten, Wohn- und Geschäftshäuser.

Die Stadt Neustrelitz beschloss die Festsetzung des 118 ha großen innerstädtischen Sanierungsgebietes „Stadtdenkmal Neustrelitz“. Das Städtebauförderprogramm des Bundes, der Länder und Kommunen leistete in den zurückliegenden 30 Jahren einen entscheidenden Beitrag, um die notwendigen Modernisierungen und Restaurierungen im denkmalgeschützten Bereich, der zudem zahlreiche Einzeldenkmale ausweist, zu finanzieren. Die Stadtverwaltung und die Stadtvertretung Neustrelitz räumten der Stadtsanierung auch in der eigenen Haushaltspolitik eine kontinuierliche und hohe Priorität ein. Das betrifft die Drittelfinanzierung der Städtebaufördermittel durch die Kommune ebenso, wie die Bereitstellung zusätzlicher Eigenmittel und die Akquise weiterer Fördermittel. Die Sanierung der historischen Innenstadt ist Teil der zukunftsorientierten Stadtentwicklung und wurde in Neustrelitz zu einer Erfolgsgeschichte.

Bürgermeister Andreas Grund

„Das Gesicht unserer Stadt hat sich in den letzten drei Jahrzehnten zum Positiven verändert. Vielfach haben neue Nutzungen in historischen Gebäuden Einzug gehalten. Die Erfolge der Stadtsanierung spüren alle Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch unsere Gäste würdigen sie. Ich bin außerordentlich froh darüber, dass wir so viele private Modernisierungen begleiten konnten. Ohne die jahrzehntelange Unterstützung aus dem Städtebauförderprogramm von Bund, Land und Gemeinden wären der Erhalt und die Wiederherstellung unserer charakteristischen Neustrelitzer Baukultur nicht möglich gewesen. Ich danke ganz besonders allen Bauherren, der Stadtvertretung, der Stadtverwaltung und anderen beteiligten Behörden für das langjährige Engagement, dank dessen wir gemeinsam eine attraktive und lebenswerte Innenstadt aufbauen konnten.“, sagt Bürgermeister Andreas Grund anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Städtebauförderung in M-V“.

281 private Modernisierungen und 74 Erschließungsmaßnahmen

Seit 1991 wurden rund 113 Millionen Euro an Fördermitteln und Drittmitteln in die Wiederherstellung des historischen Stadtzentrums investiert. Die Mittel kamen jeweils zu rund einem Viertel privaten Sanierungsvorhaben in Wohn- und Geschäftsgebäuden und der öffentlichen Infrastruktur zugute. Private Bauherren modernisierten 281 private Gebäude. Mit dem Modell von Bauherrengemeinschaften, die ein Gebäude im Teileigentum modernisieren und entwickeln, betrat die Stadt Neustrelitz landesweit Neuland. Dadurch ist es beispielgebend gelungen, Gebäude mit besonders großem Sanierungsaufwand nach oftmals langem Leerstand zu retten. Im Zuge der Stadtsanierung wurden im Stadtkern außerdem 12 öffentliche Gebäude saniert und 74 Erschließungsmaßnahmen auf Straßen, Wegen und Plätzen umgesetzt.

Lebendiges Zentrum für alle Generationen

Durch die erfolgreiche Arbeit aller am Sanierungsprozess Beteiligten hat die Residenzstadt ihren früheren Charme und Glanz wiedergewonnen. Das historische Stadtzentrum wird heute als zunehmend lebendige Innenstadt wahrgenommen. Die Einwohnerzahl ist hier allein von 2004 bis 2020 um 13,7 Prozent gewachsen. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der 0 bis 14-Jährigen um rund 14 Prozent. In der Innenstadt leben im Vergleich der Stadtteile inzwischen die meisten Kinder und Jugendlichen.

Neben zentralen und integrierten Einkaufsangeboten tragen vielfältige Bildungs-, Kultur- und Sozialeinrichtungen zur Attraktivität der Innenstadt als Wohn- und Geschäftsstandort bei. Mieterfreundliche, grüne Quartiere und Wohnhöfe sind durch Modernisierung von Mehrfamilienhäusern ebenso entstanden, wie angepasste Lösungen für altengerechtes und betreutes Wohnen. Baulücken und Brachflächen wurden beseitigt, wobei auch zentrale Eigenheimstandorte, darunter am Sandberg, An der Bleiche oder An der alten Gärtnerei, entwickelt wurden.

Aktiver Denkmalschutz und neue Nutzungen

Für gelungene Wohnquartiere stehen beispielhaft das Areal rund um das Carolinenstift (ehem. Krankenhaus), die Augustastraße/Elisabethstraße oder Elisabethstraße/Kasernenstraße.

Weitere Beispiele dafür, wie Modernisierungen und behutsame bauliche Ergänzungen die Nutzung alter Gebäude sichern, sind unter anderem das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz (ehem. Kaiserlichen Post; Landesbaupreis M-V, Preis des Bundes der Architekten M-V)), die Regionale Schule „J. Nehru“, die Evangelische Schule, die Diakonie-Kita Marienkäfer, die ehemalige Kaserne, die Kreismusikschule oder einige der Backsteinspeicher am Stadthafen.

Interessante Lösungen für integrierte Neubauten sind das Alten- und Pflegeheim „Kurt Winkelmann“, das Mehrgenerationenhaus oder Markt 10.

Mit dem restaurierten Markt und den hier abgehenden Straßen, dem Christian-Daniel-Rauch-Platz (inkl. Kunst am Bau), der östlichen Uferzone am Zierker See, dem Hafen oder der Freifläche am Carolinum wurden Denkmalschutz und Funktionalität von Straßen und Plätzen in Einklang gebracht.

Touristischer Anziehungspunkt

Das Stadtzentrum zwischen Markt, Stadthafen und Schlossgarten zieht zahlreiche Touristen an. Mit dem ausgebauten Stadthafen, dem Reisemobilstellplatz, Hotels für unterschiedliche Zielgruppen, dem Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz und weiteren Kultur- und Freizeitangeboten präsentiert sich die Residenzstadt als ein touristischer Erlebnisort für den Städte- und den Natururlaub.

Ausblick

Mittel aus der Städtebauförderung stehen in Neustrelitz noch bis 2025 zur Verfügung. Ein Förderbescheid für insgesamt 1,034 Millionen Euro liegt vor. Finanziert wird die Städtebauförderung zu je einem Drittel aus Mitteln des Bundes, des Landes und der Kommune.

Die Modernisierung von privaten Gebäuden zu begleiten, bleibt in den kommenden Jahren Schwerpunkt der Städtebauförderung. Zu den nächsten Sanierungsvorhaben gehören unter anderem die ehemalige Landeshypothekenbank An der Promenade 1, die Wohnhäuser Friedrich-Wilhelm-Straße 2-3, die Schloßstraße 3, das älteste Haus der Stadt in der Zierker Straße 56 oder das Bauherrenmodell für nachhaltiges Bauen in der Seestraße 30. Im Segment der öffentlichen Erschließung sind unter anderem die Gestaltung des Mühlengangs und die Sanierung der Seestraße eingeplant.

Das Carolinenstift und sein Umfeld waren das umfangreichste Sanierungsvorhaben in der Residenzstadt Neustrelitz