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Die Eröffnung der Kürbissaison haben mir in diesem Jahr meine lieben Nachbarn auf der Wesenberger Siedlung abgenommen. Beim alljährlichen Oktoberfest im kleinen Kreis kam gestern die Herbstfrucht püriert als leckeres Süppchen auf den Tisch. Das reichte als Inititialzündung, um heute einem Hokkaido-Rundling zu Leibe zu rücken.

Und das auf eine in der Strelitzius-Küche bislang nicht praktizierten Art. Ich habe den Kürbis rein optisch in Pommes verwandelt. Die Schnitze zu produzieren, kann ich Frauen nur abraten, das braucht den strapazierfähigen Heimwerker. Trotzdem blüht mir eine Blase, und ich habe schon meine schärfsten Schneidgeräte an die Front geworfen. Schale bleibt dran, unschöne Stellen ausschneiden, Kerne nebst Gezadder mit einem Löffel herausschälen und dann bis zum Abwinken säbeln, säbeln, säbeln…

Zwei Stangen Porree haben ich nach dem Putzen in Scheiben geschnitten, zwei Möhren nach dem Schälen auch. Dann habe ich noch zehn getrocknete Tomaten in kleine Quadrate zerteilt und 50 Gramm entkernte schwarze Oliven bereitgestellt. Ein Highlight war für mich der Gang in meinen Garten, wo ich erstmals ans vom Neustrelitzer Rehazentrum Ida&Freunde gebaute Hochbeet schreiten und einen Stängel frische Minze ernten konnte. Petersilie und Kerbel kamen noch aus dem Tiefkühlschrank, im nächsten Jahr reicht dann auch da ein Schritt vor die Terrassentür. Alle Kräuter fein hacken.

Was zwischen den Zähnen haben

In einer großen Pfanne in Olivenöl sechs Minuten lang Kürbis, Lauch und Möhren bei geschlossenem Deckel und starker Hitze angaren, immer mal mit einem Spatel wenden. Salz- und Pfeffermühle drehen ihre Runden über dem Gemüse. Inzwischen habe ich vier Schellfischfilets, da hat man wenigstens was zwischen den Zähnen, gesalzen, gepfeffert, mit Kerbel, Petersilie und Minze sowie Zitronensaft beidseitig gewürzt. Die werden jetzt auf das Gemüse gelegt, Tomaten und Oliven bekommen auch noch freien Eintritt in die Pfanne. 150 Milliliter Wasser angießen, Deckel wieder aufsetzen und das Gericht bei reduzierter Hitze weitere acht Minuten dämpfen. Anrichten und genießen, mehr ist dazu nicht zu schreiben.

Der eine oder andere Leser aus der Strelitzius-Gemeinde wird sich schon gefragt haben, ob der Schreiberling und seine Holde in diesem Jahr keinen Sommerurlaub gemacht haben. Schließlich sind wir auch da regelmäßig Gaumenfreuden auf der Spur. Doch, wir waren im September auf Kreta, und haben im ansonsten schönen Boutique-Hotel in Sachen Halbpension einen absoluten Reinfall erlebt.

Die Beherberger sprechen von coronabedingten Zwängen, wir fühlen uns angesichts der im Kantinenmodus verabreichten Fertignahrung schlichtweg über den Tisch gezogen und haben gegenüber dem Reiseveranstalter eine Rückzahlung gefordert. Das Verfahren ist schwebend, deshalb will ich hier noch nicht deutlicher werden. Fortsetzung folgt.

Wir haben natürlich lediglich ein Hotel erlebt, aber gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer. Wir jedenfalls werden künftig nur noch Frühstück buchen! Das kann, wie in unserem Fall, immer noch desaströs ausfallen. Dafür kann sich der Reisende aber abends in eine der vielen, vielen Tavernen vollauf entschädigen. Deren Speisenangebot ist die Pandemie jedenfalls nicht anzumerken, das ist noch zu einhundert Prozent Griechenland: einheimisch, frisch, gesund, vielfältig, sonnengereift, lecker.