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Von Düsterförde zum Wesenberger Hafen geht es auch mit dem Pferdegespann.

Herrentag in Corona-Zeiten: Natürlich war ich gespannt, wie der denn so in der heimischen Kleinseenplatte ausfällt. Ein Ausfall war es sicherlich nicht, wie ich nach meiner Radeltour von Wesenberg über Wustrow, Canow, Diemitzer Schleuse, Peetsch, Mirow und retour ins heimatliche Wesenberg befinden kann. Weit über hundert Simson- und MZ-Fahrer sind geradezu sternförmig in unsere Gegend eingeknattert. Pulks von sonstigen, in höheren Markenligen ausfahrenden Motorradfahrern aus allen Himmelsrichtungen hatten auch nur ein Ziel, die Kleinseenplatte. Wo immer die alle abgeblieben sind, ich hoffe, dass die Wirte unserer Ecke wenigstens so ein bisschen Hoffnung schöpfen konnten und das Kunststück der Corona-Regelungen gemeistert haben.

Wir Wesenberger waren im sonst geradezu bestürmten Biergarten am Hafen der Woblitzstadt, Strelitzius-Stammleser kennen die Adresse, zeitweise unter uns, was ja auch nicht so verkehrt ist. Und wenn dann ein Pferdegespann aus Düsterförde vorfährt, ist das ja auch ein echter Höhepunkt. Zugleich tritt aber mit Dixi der gefragteste DJ der Kleinseenplatte an deinen Tisch (damit waren wir fünf Personen), und das Elend holt dich wieder ein. Dixi würde an so einem Tag normalerweise ganz woanders auflegen.

Natürlich haben uns auch Georg Kunkel und Lutz Friedel als „CollecTiv“ gefehlt, am Hafen einmal im Jahr gebucht. Die hätte nach menschlichem Ermessen brandaktuell so einige bissige Corona-Kommentare auf die Bühne gebracht. Warum die einfach dazugehörigen Musiker auf dem weit mehr als 1,50 Meter von allen Besuchern entfernten Podium nun nicht wie zuvor auftreten durften, wissen nur die Götter in der Landeshauptstadt.

Zum Glück haben sie uns die Erdbeerbowle nach Uwes Rezept nicht verboten, und so haben wir uns spätestens beim zweiten Glas einfach nur vorgestellt, dass heute in einem Jahr die Welt wieder in Ordung ist, gern früher.