Schlagwörter

, , , ,

Das „rätselhafte Verkehrszeichen“ bei Neuhof, das ich vor Wochenfrist in meinen Blog gestellt habe, hat gehalten, was es versprach. Einerseits hat es die Spaßvögel auf den Plan gerufen. Wie Prieperts Bürgermeister Manfred Giesenberg, der auf 40 Apfelsinen tippte, die auf einem Floß transportiert werden. Olaf Bechert setzte noch eins drauf und vermutete, dass es sich um ein 40-faches Überraschungsei handele, in dem unter anderem die Kanzlerkandidaten versteckt sind. Günter J. Stolz mutmaßte nicht ganz ernst gemeint, dass Fahrzeuge, die in Ufernähe orangene Eier transportieren, nur 40 Stundenkilometer fahren dürfen. „Ganz einfach“, meint Til Meyer: „Aquaplaninggefahr für orangene Lastkraftwagen ab 40 Tonnen.“

Ein paar ganz Schlaue behaupteten andererseits, dass man auch dieses Verkehrszeichen kenne, wenn man in der Fahrschule aufgepasst habe. Noch andere wieder schrieben, sie wüssten gar nicht, was an dem Zeichen rätselhaft sei. Die Erklärung wurde allerdings in allen diesen Fällen nicht geliefert.

Rödlins Fischerin Sabine Reimer Meißner quasi als Anliegerin hat sich das immer so gedacht: „Alle mit Flüssigkeiten beladenen Anhänger können bei dieser Steigung und zu schneller Fahrweise dem Drang der Flüssigkeit gegen das Tal, die Brücke, das Wasser schlecht bzw. gar nichts entgegen setzen. Also langsam den Berg hochfahren und die Flüssigkeit schön im Behälter lassen und das Fahrzeug auf der Straße. War schon immer ’ne gefährliche Ecke bei uns.“ Wir kommen der Sache näher.

Hobbybrauer Tino Griebsch aus Warbende meint, dass das Schild nur für Gefahrguttransporte die Geschwindigkeit begrenze. „Wahrscheinlich sind auch nur flüssige gemeint. Die Strecke führt durch ein Wasserschutzgebiet, und hier soll unser Brauwasser vor Kontamination bewahrt werden.“

MeckPommi teilt mit: „Das untere Verkehrszeichen müsste auf ein Wasserschutzgebiet hinweisen. Das obere Verkehrsschild begrenzt die zulässige Geschwindigkeit auf 40km/h, da beides auf dem selben Mast hängt, müsste es bedeuten das Fahrzeuge mit wassergefährdenden Stoffen hier nur 40 km/h fahren dürfen.“

Croci hat auch eine Meinung zu der Angelegenheit: Mit einem roten Kreis umgeben wäre es dieses: #269: Verbot für Fahrzeuge mit wassergefährdender Ladung. Auf blauem Untergrund würde es bedeuten: #354: Wasserschutzgebiet. Da es aber ganz alleine steht, hat es eine gleiche Bedeutung wie #269. 1052-31: Streckenverbot für Fahrzeuge mit wassergefährdender Ladung. Bleibt nur noch zu klären, was mit wassergefährdender Ladung gemeint ist. Bestimmt darf dann auch kein Bauer mit seinem Güllewagen die Strecke passieren. Schöner würde es an dieser Stelle aussehen, wenn beide Schilder mit rotem Kreis dort stehen würden, da man das kleine Schildchen doch zu gern übersieht. Vielleicht soll es auch darauf hinweisen, dass Fahrzeuge, bei denen ständig was aus dem Auto fällt (Abfälle etc.) diese Strecke zum Wohle der Natur nicht nutzen sollten…“

Fast wie eine Erlösung dann kurze Grüße aus Berlin von Axel Zander: „Es handelt sich um Zeichen 274-70 StVO, zulässige Höchstgeschwindigkeit 40 km/h, in seiner Gültigkeit präzisiert durch Zusatzzeichen 1052-31 StVO, daher gültig nur für Fahrzeuge mit wassergefährdender Ladung, oftmals angebracht zur Absicherung von Straßenabschnitten innerhalb von Trinkwassereinzugs- oder Trinkwasserschutzgebieten. Klingt schön trocken aus unserem Verwaltungsdeutsch, nicht wahr?“ In der Tat, aber damit hätten wir es dann endlich!

Viele Leser haben die richtige Antwort gewusst, nicht allen nehme ich ab, dass das wie gefordert ohne Nachschlagen gelungen ist. Schlauer sind wir ja nun zum Glück alle. Ein Kommentar steht noch aus. Die Blogfreundin hat erst Blankensee geschrieben, dann Blumenhagen gemeint, dann doch Blankensee, und dann beim vierten Anlauf bekannt, dass sie das Verkehrszeichen ganz verrückt mache. Ich möchte bitte alles von ihr Geschriebene löschen, sie unternehme einen fünften Versuch. Den unternimmt sie offenbar immer noch. Was wir schon wissen: Sie kann kein Auto fahren, ist aber eine sehr aufmerksame Beifahrerin und hat generell etwas gegen „unlogische Verkehrszeichen“…