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Eine Bronze-Skulptur des deutschen, in Frankreich lebenden Bildhauers Jens Boettcher wird am 8. August um 15 Uhr im Beisein des Künstlers in der Alten Kachelofenfabrik enthüllt. Die Skulptur im Hof heißt: „SACHOR – Erinnere Dich!“ und wird sich einreihen in die in Neustrelitz schon vorhandenen Erinnerungsorte, die an die Vertreibung und Ermordung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger während der Zeit der Nazi-Diktatur gemahnen.

„‚Sachor‘ meint auch, wir dürfen nicht schweigen, wenn Menschen Unrecht geschieht – egal wo und wem. Die Skulptur soll zum Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregen“, so Horst Conradt, Geschäftsführer des Vereins für Kultur, Umwelt und Kommunikation, der der Initiator des Projekts ist. „Sachor“ beziehe sich nicht ausschließlich auf die Judenverfolgung und -vernichtung, sondern auf Geflüchtete, Verfolgte, Diskriminierte anderer Glaubensrichtungen, auch auf nichtreligöse Menschen und Minderheiten generell. Dieses Thema werde immer aktueller, und der Verein wolle ein bleibendes Zeichen setzen.

„In der hebräischen Bibel wird „Sachor = Erinnere Dich“ 169 mal wiederholt. Das Wort Sachor gilt entweder Gott oder dem Volk Israel. Israel soll sich seines Gottes, seiner Geschichte und seiner Feinde erinnern. Ohne die Fähigkeit der Erinnerung gäbe es das jüdische Volk heute nicht mehr. Sachor bedeutet letztlich Existenzsicherung durch Erinnern“, heißt es in einem Begleittext zur Veranstaltung.

Im Anschluss an die Enthüllung der Skulptur, zu der sich auch Bürgermeister Andreas Grund und Dr. Peter Fischer vom Zentralrat der Juden in Deutschland angesagt haben, wird der Film von Laurence Boettcher „Minotaure“ über die Arbeitsweise von Jens Boettcher im Kino der Alten Kachelofenfabrik gezeigt. Der Eintritt ist frei.