Schlagwörter

, , , , , ,

Neustrelitzer Familien haben im Mai auf dem Neustrelitzer Markt auf die prekäre Situation der Hebammen aufmerksam gemacht. Foto: Thomas Viß

Unter der Überschrift „Das Kind liegt im Brunnen“ hat die Kreistagsfraktion der Grünen entsetzt auf die Auskunft der Krankenhausleitung gegenüber dem Nordkurier reagiert, dass die Entbindungsstation in Neustrelitz ab dem 1. Juli für zunächst drei Monate geschlossen werden soll.

Monika Göpper

„Sehenden Auges ist man auf diese Situation zugelaufen, und es wurde zu wenig dagegen unternommen“, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Monika Göpper. Und weiter: „Jetzt seitens der Landesregierung eine Studie anzusetzen, mit der herausgefunden werden soll, wie die Motivation der Hebammen für eine Tätigkeit in der klinischen Geburtshilfe erhöht werden kann, hilft nicht weiter und kommt viel zu spät.“ Es würden de facto genug Hebammen ausgebildet. Warum sie hier nicht arbeiten, liege auf der Hand: zu geringe Bezahlung für große Verantwortung.

Es erschrecke, so Göppner, „wie hier wieder der ländliche Raum ausblutet“. Auch für die Hochschwangeren sei es unmenschlich, mit Wehen so weite Strecken zurückzulegen – und das in einem der reichsten Länder der Erde. Zumindest hätten Landkreis und Landesregierung eine unmittelbare und direkte Unterstützung prüfen müssen, um diese Situation zu verhindern.

Zuletzt hatten im Mai 150 Mütter und Väter mit ihren Kindern auf dem Neustrelitzer Markt auf die verheerende Situation der Hebammen im Krankenhaus und bei der Vor- und Nachsorge aufmerksam gemacht (Strelitzius berichtete).