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Fotos: Thomas Fiß

Wegen der angespannten Situation bei der Versorgung mit Hebammen im Krankenhaus und bei der Vor- und Nachsorge haben am Freitagnachmittag etwa 150 Mütter und Väter mit ihren Kindern auf dem Neustrelitzer Markt und in weiteren Bereichen der Innenstadt demonstriert, um auf die aus ihrer Sicht zum Teil verheerende Situation aufmerksam zu machen. Auch zahlreiche „ältere Semester“ waren dabei – das Thema Kinder ist also wichtig für Jung und Alt, wie mir Dr. Thomas Fiß schreibt.

Aufgerufen zur Kinderwagen-Demo hatten Friederike Fiß, Magdalena von Rohden, Rebekka Ostermann, Carolin Biermann und Sophie Poland. Allen Frauen ist gemein, dass Sie in den letzten Monaten ein Kind bekommen haben und zum Teil erhebliche Schwierigkeiten hatten, eine betreuende Hebamme zu finden.

Das Problem beginne schon bei der Schwangerenvorsoge, wo Mutter und Hebamme erstes Vertrauen aufbauen und schon wichtige gesundheitliche und seelische Themen besprochen werden können. In den letzten Monaten habe der Kreißsaal in Neustrelitz nicht durchgängig mit Hebammen besetzt werden können, hieß es. Um dem Mangel ein wenig entgegenzusetzen, wurden ehemalige Hebammen aus dem Ruhestand geholt und Personal aus anderen Kliniken geliehen. Dies seien jedoch nur kurzfristige Lösungsansätze, so Dr. Thomas Fiß.

So vielfältig wie das Aufgabenspektrum der Hebammen waren auch die Forderungen der Demonstrierenden: „Für mehr hebammengeleitete Kreißsäle“; „Mutti von morgen hat Sorgen“; „Ein Herz für mehr Hebammen“; „EINE Hebamme für EINE Frau“ war unter anderem zu lesen. Natürlich hatten auch die Väter etwas zu sagen: „Auch Vati braucht eine Hebamme – damit es seiner Familie gut geht“.

Das Problem der Hebammenversorgung haben auch Kandidaten für die Stadtvertretung erkannt und waren deshalb ebenfalls anwesend. Für die GRÜNEN waren Friederike Fiß und Falk Jagdszent dabei und für die LINKEN Thomas Kowarik und Dr. Thomas Fiß auf dem Markt. Die eher dürftige Anwesenheit von Krankenhausmitarbeitern sei wohl schon Anzeichen für den drohenden Mangel, kommentiert Thomas Fiß.

Im Anschluss an eine kurze Kundgebung umrundeten die Teilnehmer*innen den Marktplatz zwei Mal und liefen, begleitet von Kinderklängen, durch die Strelitzer Straße. Natürlich hoffen die Teilnehmer*innen, das deren Protest nicht ungehört verhallt und die Entscheider sich an einen Tisch setzen um nach dauerhaften Lösungen zu suchen.