Schlagwörter

, , ,

Die Karte ist mit Vorsicht zu genießen.

Der Holden und meiner Wenigkeit ist es heute im Abstand von vier Jahren zum zweiten Mal misslungen, den Schlabornsee bei Zechliner Hütte zu umrunden. Die Holde gibt ja unumwunden zu orientierungslos zu sein, aber mich wurmt es doch ein wenig, erneut aufgegeben zu haben. Einziges Erfolgserlebnis: Die 10 000 Schritte zum täglichen Wohlbefinden waren mehr als getan. Wenn wir auch nur unsere eigenen Spuren zurückverfolgt haben.

Die Tücke des Ausflugsziels besteht in einer Halbinsel, an der vorbeizukommen ist, denn wer will schon quer über einen Zeltplatz wandern und zwar vorn rein, aber hinten nicht mehr raus kommen. Und genau da beginnt die hohe Kunst der Fortbewegung im freien Gelände. Dabei hatte ich mir diesmal schon die offenbar einigermaßen großzügig gemalte Karte am Ortsausgang von Zechliner Hütte auf mein Handy geknipst. Was vermutlich die Verwirrung der Verwirrung nach sich zog.

Kurz vor Kagar, oder so, haben wir unter wohlweislicher Missachtung der Abzweige zu einem/oder mehreren Campingpläten aufgegeben. Die Hinweise darauf wurden noch zusätzlich verwirrend mit „Naturerlebnispfad“, Bildern von Wildschweinen und von Waschbären dekoriert. Die uns zum Glück alle nicht begegnet sind. Einen Hinweis auf Zechliner Hütte gab es leider nicht, wäre ja auch zu einfach gewesen. Um nicht irgendwo im Nirgendwo zu verschwinden, sind wir irgendwann mit sehr ungutem Gefühl im Bauch den gleichen Weg zurückgegangen.

Und haben am solchermaßen erneut passierten Sägewerk Einheimische nach dem Geheimnis der Umrundung gefragt. Noch 250 Meter geradeaus, dann doch Abzweig zum Zeltplatz, dann aber erste Abzweigung rechts und nächste Abzweigung wieder links. Doch so einfach! Warum dann kompliziert?

Wir kommen wieder. Klappt es auch beim dritten Mal nicht, haben wir immer noch die Möglichkeit, die Runde in Gegenrichtung, also im Uhrzeigersinn anzugehen. Vielleicht ist das ja des Rätsels Lösung. Und schöne Grüße an die Touristinformation Zechliner Hütte.

In Canow, wo offensichtlich Tempo 30 vorgeschrieben ist, sind wir mit gelaserten 49 Stundenkilometern dann noch 35 Euro losgeworden. „Lassen Sie sich damit nur nicht das Wochenende verderben“, meinte der abkassierende Neustrelitzer Polizist. Wir geben uns Mühe, Spaßvogel. Und die Touristiker von Zechliner Hütte haben damit ja nun wirklich nichts zu tun.