Schlagwörter
Mecklenburgische Kleinseenplatte, Mirow, Nationalpark, Neustrelitz, Politik, Rechlin, Roggentin, Tourismus, Umwelt, Verkehr, Zwenzow

Umweltminister Till Backhaus hat am heutigen Mittwoch einen neuen Radweg und einen Besucherpavillon im Müritz-Nationalpark übergeben. „Investitionen in die Infrastruktur der Nationalen Naturlandschaften sind gut angelegtes Geld. Nicht alle Anziehungspunkte in unseren Großschutzgebieten sind gut erreichbar. Das wollen wir ändern. Dabei stellen wir höchste Ansprüche daran, dass die Infrastruktur dem Naturraum und Schutzzweck angemessen angelegt wird“, sagte der Minister.
Mit einer Fahrradtour weihte Backhaus zunächst einen 1,6 Kilometer langen Radweg von Zietlitz (Stadt Mirow) in Richtung Zartwitz (Gemeinde Rechlin) ein. Der Radweg mit einer wassergebundenen Decke war auf einer ehemaligen sandigen und ausgefahrenen Panzerstraße gebaut worden. Er entstand auf Initiative des Fördervereins Müritz-Nationalpark und unter Mitwirkung der Städte Mirow und Rechlin, der ehemaligen Gemeinde Roggentin sowie von Neustrelitz. Der neue Weg kostete knapp 210.000 Euro.
Damit ist ein von Einheimischen wie Touristen sehnlich erwarteter Lückenschluss auf der bereits im Juni 2017 eingeweihten 13 Kilometer langen Radstrecke zwischen Mirow bzw. Granzow und Boek (Strelitzius berichtete) erfolgt und die Kleinseenplatte endgültig an die Müritz angeschlossen. Die Firma Immig-Bau aus Vielist hat mit Material aus Mecklenburg-Vorpommern das letzte Teilstück gebaut und dabei auch die besondere Herausforderung gemeistert, für ausreichende Entwässerunsmöglichkeiten zu sorgen.
Im Anschluss hat Backhaus einen Holzpavillon am Nationalpark-Eingang Zwenzow übergeben. Dieser informiert über den Windbruch vom 11. Juni 2014 an dieser Stelle und über die natürliche Entwicklung dieser 13 Hektar großen, nicht beräumten Waldfläche. Die Besucher können diese dann gleich an Ort und Stelle in Augenschein nehmen. Insgesamt wurden hier knapp 50.000 Euro investiert.



Zum Anschluss an den Müritz-Nationalpark und die Müritz fehlen weitere zwei Kilometer. Dieses fehlende Stück zeichnet sich durch knöcheltiefen Zuckersand aus. Weder für Wanderer noch für Radfahrer zu empfehlen. Aus dem einst ambitionierten Vorhaben von drei Gemeinden und Nationalpark ist ein Stückwerk mit unterschiedlichen Wege-Oberflächen geworden, und das ist noch nicht einmal fertig. Das ist mehr als unbefriedigend. Die touristische Infrastruktur hat nicht dazugewonnen! Schlecht gelaunte Radfahrer, die auf Grund von Falschinformationen auf die Strecke geschickt werden, kommen so schnell nicht wieder. Schade, dass sich ein Minister für solch eine Farce hergibt. Haben wir keine Probleme im Land?
Zum Kommentar von Gabriele Haack aus Mirow schreibt Enrico Hackbarth, Geschäftsführer der Touristik GmbH Mecklenburgische Kleinseenplatte:
Ja, das ist teilweise richtig, was hier bemängelt wid: Die Beläge sind unterschiedlich. Während Mirow mit Verbundpflaster gearbeitet hat wurde im Bereich Nationalpark auf eine wassergebundene Decke gesetzt. Da gibt es eben verschiedene Auffassungen, wie ein Radweg in der Natur sein sollte. Dies ist aber aus Sicht der Gäste unproblematisch – beides fährt sich sehr gut. Auch bei meiner Tour gestern fand ich das nicht schlimm. Auch richtig ist, dass die nördlichen zwei Kilometer Richtung Zartwitzer Kreuz nicht gemacht worden sind (gehört zur Gemeinde Rechlin). Die Urlauber schicken wir aber am Ende des Ausbaustückes, welches gestern eingeweiht wurde, links weg an den Fischteichen vorbei in Richtung Amalienhof und von dort weiter in Richtung Norden. Bei den Wegen handelt es sich für Radfahrer um gut befahrbare Wege und so ist das auch ausgeschildert.
Ja, das ist ein kleiner Bogen wenn man beispielsweise nach Kratzeburg möchte. Aber geht es den Urlaubern wirklich immer um den kürzesten Weg? Ist es nicht besser, eine schöne Strecke mit anliegenden Orten (ggf. Infrastruktur) zu erhalten und nicht durch eine neue, teuer gebaute „Abkürzung“ abzuschneiden? Insofern kann ich den Argumenten nur teilweise folgen.