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In die Diskussion um den geplanten Ausbau der B 96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz hat sich jetzt auch der Neustrelitzer Bau-Altexperte Prof. Helmut Böhme eingeschaltet. Bekanntlich will das Aktionsbündnis „B96-Ausbau – So nicht!“ mit einer spektakulären Aktion bei Krickow (Strelitzius berichtete) auf die aus seiner Sicht verheerenden Folgen aufmerksam machen, die die Umsetzung der aktuellen Planungen zur Erweiterung der Bundesstraße nach sich ziehen würde.

Seit Anbeginn im 19. Jahrhundert sei die B 96 bereits eine geradezu genial geführte Nord-Süd-Verbindung, schreibt mir Prof. Böhme. Sie sei immer die Lebensader des Ostteiles des Landes Mecklenburg und von Vorpommern gewesen. Bereits in der DDR habe es seit den 70-er Jahren fertige Pläne für die Europastraße gegeben. Anfang der 90-er Jahren sei der Ausbau am damaligen Verkehrsminister Günther Krause gescheitert. Der habe erklärt, er könne den „Westleuten“ die Förderung von Ost-West-, aber nicht von Nord-Süd-Verbindungen vermitteln.

Nach der Wende habe die „etwas verunglückte Linienführung“ der Autobahn ein Stück nördlich Neubrandenburg einen Teil der B 96 so gut wie ersetzt, aber die Oranienburger hätten gezeigt, wie es gehe mit Ersatzbau für die B 96 bis nach Berlin hinein, und die Neustrelitzer Umgehung sei zwar „zu mickrig ausgefallen, aber Gold wert“, schätzt der Neustrelitzer ein.

Das Aktionsbündnis hält gegen die derzeitigen Planungen.

Niemand habe etwas gegen eine gut durchdachte Ausbauplanung – „aber alles gegen diese kleingeistige Komplettverweigerung“. Vorschriften aller Art für den Bau, darunter auch zum Naturschutz, gebe es übergenug, da brauche man nicht bange zu sein, so der ehemalige Baudezernent und Beigeordnete des Altkreises Neustrelitz. Böhme bezeichnet die von dem Aktionsbündnis betriebene „Verteufelung einer lebensnotwendigen Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur“ als „geradezu selbstmörderisch“. Schlechte Verkehrswege in der  Natur freuten „manchen Rentner und Besucher von irgendwoher“, aber wie solle die Wirtschaft vorankommen, wenn alles beim Alten gelassen werde. Übrigens müssten die Unternehmer in der Region arbeiten, die hätten weder Zeit noch Geld, große Aktionen mit Plakaten zu starten.