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Von manchen Dingen weiß man erst, was man an ihnen hatte, wenn sie nicht mehr da sind. Ich habe heute mit erheblicher Trauer vor dem Gemüseladen in Wesenbergs Mittelstraße gestanden, der da nicht mehr ist. Das Ladenlokal steht wieder zur Vermietung.
Nun wird vielleicht der eine oder andere Leser aus der Woblitzstadt mich bezichtigen, aus dem berühmten Mustopf zu kommen. Aber ich habe einfach nur selten hier eingekauft. Wie sicherlich viele meiner Mitbürger. Was nach jahrelangem Überlebenskampf des Lädchens nun wohl zu seinem Aus geführt hat. Sicherlich, Obst und Gemüse waren hier um einiges teurer als bei den Discountern, aber die Qualität war besser, das Sortiment breiter und die Bedienung ausgesprochen freundlich. Ich bin überzeugt davon, dass ich dort heute auch mit einem Lächeln Fenchel über die Ladentheke gereicht bekommen hätte.
Meine Notadresse hatte sich in den wenigen Fällen, in denen ich sie über die Jahre in Anspruch genommen hatte, immer bewährt. Nun gibt es sie nicht mehr, was sehr schade ist, und ich bereite morgen mein mediterranes Fischgericht ersatzweise mit Kohlrabi zu Couscous und gesalzenen Oliven zu. Das habe ich dann wohl nicht besser verdient.
Wir bedauern den Verlust auch sehr. Der Gemüseladen und die Dol-Le haben sich gegenseitig weiter empfohlen und somit vielen den Weg zum Discounter erspart. Die Dro-Le beginnt schrittweise den Gemüseladen zu ersetzen. Bereits jetzt schmücken Tomaten,Gurken,Paprika, Orangen,Bananen,Äpfel uvm den Verkaufstresen und alles kann Stückweise gekauft werden.
Ich wünsche Ihnen in Wesenberg maximalen Erfolg mit ihrem neuen Geschäftsfeld. Dro-Le hat ja in Mirow schon negative Erfahrungen machen müssen. So mancher Mirower wünscht sich Ihren Laden mit Sicherheit jetzt auch zurück.
Auch ich habe schon einige Gemüsestände/-läden kommen und gehen sehen. Viele Gelegentlich-Nutzer beklagen sich hinterher immer darüber, dass es dann sowas nicht mehr gibt. Aber als es das noch gab, haben sie es eben eher als „Notlösung“ oder „letzte Rettung“ genutzt und eben nicht für den (fast) täglichen Einkauf. Wer als Kunde seine Läden nicht pflegt, darf sich hinterher auch nicht mehr darüber aufregen, dass es ihn dann irgendwann nicht mehr gibt. 😉
Und die Preise als Argument anzugeben, ist müßig, genauso, jetzt noch darüber zu diskutieren. Das berühmte „wer billig kauft, kauft doppelt“ (oder wie das ging) gilt auch für Obst und Gemüse.