Hans Falladas Arbeitszimmer. Foto: Fallada-Gesellschaft
Ab heute hat das Carwitzer Hans-Fallada-Museum wieder für seine Gäste geöffnet. Dabei gelten die aktuellen 2G-plus-Regelungen und eine FFP2-Maskenpflicht.
„Wir freuen uns darüber, wieder Gäste begrüßen zu dürfen und ihnen die Lebenswirklichkeit Hans Falladas in seiner ‚Welteneinsamkeit‘ präsentieren zu können. Hans Fallada, dessen 75. Todestag wir am 5. Februar begehen, lebte von 1933 bis 1944 in Carwitz und verbrachte dort seine besten und produktivsten Jahre“, schreibt mir mein Blogpartner, Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel.
Aufgrund der aktuellen Corona-Lage bleibt das Hans-Fallada-Museum in Carwitz mindestens bis zum 4. Januar 2022 geschlossen. „Wir hoffen sehr darauf, dass wir danach wieder für unsere Gäste da sein können, sind aber, wie alle Kultureinrichtungen, von der Entwicklung auf der Corona-Ampel abhängig. Selbstverständlich halten wir alle Fallada- und Museumsfreunde auf dem Laufenden und informieren umgehend über den weiteren Verlauf, sobald wir ihn abschätzen können“, schreibt mir Dr. Stefan Knüppel.
Der Museumsleiter fügt an: „Ich wünsche allen Strelitzius-Leserinnen und -Lesern und natürlich auch Strelitzius selbst ein angenehmes und erholsames Weihnachtsfest und einen guten Start in ein hoffentlich besseres 2022!“ Liebe Grüße an meinen Blogpartner und beste Wünsche von mir retour in die Feldberger Seenlandschaft.
Ganz im Zeichen der Liebe steht die nächste Festivalsaison der Kammeroper Schloss Rheinsberg vom 25. Juni bis zum 28. August 2022: Mit Mozarts „Entführung aus dem Serail“ (R: Georg Quander, B/K: Barbara Krott, ML: Werner Ehrhardt; Kammerakademie Potsdam) im barocken Kolonnadenhof des Schlosses Rheinsberg am Grienericksee und Smetanas „Die Verkaufte Braut“ (R: Frank Matthus, B/K: Karel Spannhak,ML: Hansjörg Schellenberger, Berliner Symphoniker) im Heckentheater stehen zwei heitere Opern auf dem Programm, in denen die Liebe über alle möglichen Hindernisse siegt.
Um unerfüllte Liebe geht es in der dritten Premiere: „P.“, die puristische Oper des sächsischen Komponisten Eckehard Mayer nach Texten von Fernando Pessoa erlebt ihre Uraufführung im Schlosstheater (R: André Bücker, B/K: Imme Kachel, ML: Nicholas Kok; Ensemble Ascolta).
Den Abschluss der Festivalsaison 2022 bildet eine Neuproduktion der Bundesakademie für junges Musiktheater #BAJMT mit gleich drei Uraufführungen im Schlosstheater. An den Erfolg der diesjährigen Produktion von Darius Milhauds Opéras-minute anknüpfend, ergingen Kompositionsaufträge für Kurzopern an Christoph Breidler, Emre Dündar und Margarete Huber.
Am kommenden Freitag, den 19. November, ab 19 Uhr, treffen im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz gesprochene Worte auf stilvolle Klänge: Der Autor, Dramaturg und Fotograf Oliver Hohlfeld und der Multiinstrumentalist Joachim Gies präsentieren Auszüge aus dem satirisch-kritischen Roman „Der große Park“ von Oliver Hohlfeld. Beide Künstler interagieren und schaffen ein neues Geflecht von gedanklichen sowie ästhetischen Reizen. Mit Saxophon und verschiedenem Schlagwerk webt Gies seine Klangwelten. Hohlfelds Text entstand als kritische Auseinandersetzung mit der kulturpolitischen Situation in Mecklenburg-Vorpommern und als aktiver Widerstand gegen die vor einigen Jahren geplante Theaterreform.
Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. Alle interessierten Erwachsenen ab 18 Jahren achten bitte darauf, dass es sich um eine 2G-Veranstaltung handelt. Entsprechende Nachweise sind am Empfang vorzuzeigen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre müssen keinen Nachweis vorlegen. Bitte auch auf die Abstands- und Hygieneregelungen achten. Um Anmeldung wird gebeten unter 03981 2390999 oder info@kulturquartier-neustrelitz.de
Höhepunkt des Kultur- und Literaturherbest in Mirow war der Abend mit Emöke Pöstenyi in der Remise
Das Format des Mirower Literatur-und Kulturherbstes hat sich nach Einschätzung der Buchhändler Grit und Peter Schmitt als Organisatoren bewährt. „Die Mischung von schwerer und leichterer literarischer Kost über Film bis hin zu Show und Musik war super. Indem wir mit Emöke Pöstenyi einen Weltstar nach Mirow geholt haben, auf den der ganze Osten geschaut hat, konnten wir noch zusätzliches Publikum gewinnen“, so Peter Schmitt gegenüber Strelitzius.
Rund 100 Besucher hatten sich zu den drei Veranstaltungen mit Bastienne Voss und Reiner Heise, Emöke Pöstenyi und Reinhold Joppich sowie Mario Di Leo zwischen Donnerstag und Sonnabend in der Remise auf der Schlossinsel bzw. im Unteren Schloss eingestellt. „Es waren drei Tage positiver Stress für uns mit dem Fazit absolut gelungen“, ergänzte der Buchhändler.
Auch im kommenden Jahr soll die bunte Mischung beibehalten werden, im Frühling geht es mit Kultur- und Literaturtagen in Mirow weiter. Sobald es Konkreteres dazu gibt, wird es hier im Blog zu lesen sein. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, bekräftigte Schmitt. Seine Frau und ihn berühre auch die Dankbarkeit, die ihnen für ihr Engagement entgegengebracht wird.
Emöke Pöstenyi, noch immer voller Temperament, und Bastienne Voss mit den Mirower Buchhändlern Grit und Peter Schmitt.
Große Emotionen am gestrigen Pöstenyi-Abend in der Remise auf der Mirower Schlossinsel. Es waren vor allem Bilder, die sprachen und wohl keinen der rund 60 Besucher bis hin aus Neustrelitz zur Halbzeit des Literaturherbstes unberührt ließen. Immer wieder brandeten Applaus und Jubel im bis auf den letzten Platz besetzten Saal auf.
Die Gäste, die der Einladung der ob der Resonanz gerührten Mirower Buchhändler Grit und Peter Schmitt gefolgt waren, durften in Anwesenheit des einstigen Stars des Fernsehballetts Emöke Pöstenyi filmisch verfolgen, wie die Chefchoreografin des Ensembles 2002 vom MDR gefeiert wurde. Damals wurde sie 60-jährig in den Ruhestand verabschiedet. Sie hatten aber auch das Privileg auf der Leinwand mitzuerleben, was bei den Proben abging, wenn „Folterfrieda“, so der Kosename, in dem ihr eigenen Perfektionismus eine zuvor im Spiegel der Küchentür daheim entwickelte Choreografie mit den Tänzerinnen und Tänzern einstudierte. Und natürlich gab es Bilder, die die Ausnahmebegabung selbst in Aktion zeigten, darunter an der Seite von Susan Baker.
Gefragte Gesprächspartner: Emke Pöstenyi und Wolfgang Kohlhaase.
Emöke Pöstenyis nicht minder prominenter Ehemann, Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller Wolfgang Kohlhaase, gab den in Mirow präsentierten gebundenen Erinnerungen seiner Frau „Das Fernsehballett. Mein Leben mit dem Tanz“ ein Geleitwort, besser wohl eine Liebeserklärung: „Ich entdeckte nach und nach ihre schöne Seele und ihr gutes Herz, ihre Fantasie, ihren schnellen Zorn und ihre Großzügigkeit, ihren der Welt zugewandten Verstand, ihr Mitgefühl mit Mensch und Tier, ihre Moral in der Arbeit, ihren Eigensinn und ihre Hilfsbereitschaft, alles in allem ein autonomes System namens Emöke, in dessen Nähe ich mich gern aufhalten wollte“, so Kohlhaase. Er hat dem Ballett nach eigener Aussage immer nur „von der Seite“ zugesehen.
Wir haben Emöke Pöstenyi, mit der wir hier im Osten in meiner Altersklasse aufgewachsen sind, gestern Abend in Mirow intensiv erlebt, und wir verehren sie noch immer alle. Wenn ich von uns schreibe, schließe ich auch die Schauspielerin und Autorin Bastienne Voss ein, die den Abend moderierte und schon als Kind Emöke Pöstenyi im Haus der Eltern kennenlernen durfte.