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Ein bundesweites Projekt hat das ehemalige Residenzschloss in Neustrelitz als Ort der Demokratiegeschichte identifiziert. Es gehört zu einer ersten Liste mit 100 Standorten, an denen die lange und wechselvolle Geschichte der Demokratie in Deutschland beispielhaft ablesbar ist. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ und mit Förderung durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien hat der in Weimar ansässige Weimarer Republik e.V. die Liste erarbeitet und auf der Internetplattform www.demokratie-geschichte.de der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

„Wir laden dazu ein, in den einzelnen Regionen nach den Wurzeln unserer heutigen Demokratie zu suchen“, erklärt Projektleiter Dr. Markus Lang. Die Geschichte der deutschen Demokratie sei noch immer relativ unbekannt; zahlreiche Orte, an denen wichtige Ereignisse auf dem Weg zu Freiheit, Grundrechten und Partizipation stattfanden, seien in Vergessenheit geraten. Sie besser zu kennen, wäre für die Bundesrepublik ein großer Gewinn, denn dadurch werde deutlich: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern wurde erkämpft und muss tagtäglich verteidigt werden.

Das Residenzschloss Neustrelitz fungierte ab 1918 als Zentrum der Demokratie im neugegründeten Freistaat Mecklenburg-Strelitz, denn hier tagte der Landtag zur Zeit der Weimarer Republik. „In diesem Gebäude wurde die allererste demokratische Verfassung in Deutschland verfasst, die tatsächlich in Kraft getreten ist“, hebt Projektleiter Dr. Markus Lang die Bedeutung des Ortes für die deutsche Demokratiegeschichte hervor. Leider steht das Schloss heute nicht mehr, es gibt jedoch seit Jahren Bemühungen zum Wiederaufbau des Schlossturms. Hier könnte die Erinnerung an die Verfassung und den Landtag wachgehalten werden.