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Fürst Nikolaus von Werle und seine Wesenberger haben es wahrlich nicht leicht: Die Wustrower stehlen ihnen das Vieh, die Prieperter bauen eine eigene Havelbrücke, mindern damit den Brückenzoll der Wesenberger, und die Mirower gründen gar ein Forstamt, das viel gewinnbringender wirtschaftet als Nikolaus.

Zeit nach 25 Jahren Herrschaft des Fürsten, an die eigenen Memoiren zu denken und Dinge für ein Museum zu sammeln, in dem die Wohltaten des Nikolaus von Werle für seine Untertanen verewigt werden. Und weil gerade wieder ein paar Taler in die Kasse gespült wurden, gibt der Fürst noch ein Fest und lädt die Nachbarn ein, um ihnen die Leviten zu lesen.

Helmut „Federkiel“ Hamp in Aktion.

Beim 24. Burgschauspiel für das 25. Burgfest an diesem Wochenende ist es Ex-Bürgermeister Helmut Hamp alias „Federkiel“ gelungen, nicht nur den Stoff früherer Stücke noch einmal Revue passieren zu lassen, sondern auch die Bürgermeister von Priepert Manfred Giesenberg, und von Mirow, Henry Tesch, in die Handlung einzubauen.

Manfred Giesenberg, Christian Bahrmann, Henry Tesch und Steffen Rißmann (von links).

Die haben sich auch nicht lange bitten lassen. Wustrows Bürgermeister Heiko Kruse wurde urlaubsbedingt durch den Pälitzhofer Schauspieler, Puppenspieler, Sänger und Moderator Christian Bahrmann vertreten. Nicht in die Handlung passte ein Wesenberger Bürgermeister, am Ende war aber auch das amtierende Stadtoberhaupt Steffen Rißmann historisch gewandet auf der Bühne und stimmte ein in die Glückwünsche an die Schauspieltruppe.

Wer befürchtet hatte, dass es angesichts der Memoiren des Fürsten, den von Beginn an Jürgen Gentzen verkörpert, nun Schluss ist mit dem Burgschauspiel, ist zum Glück auf dem Holzweg. Es geht weiter, die vielen bestens unterhaltenen Zuschauer zu Füßen der Burg werden es mit Freude vernommen haben.

Selbst Petrus hatte ein Einsehen und hat den Laienmimen eine fast regenfreie Vorstellung gegönnt. Ansonsten hatten die rührigen Organisatoren des Burgvereins ebenso wie alle Mitwirkenden am Jubiläumsburgfest ein so mieses Nasswetter nicht verdient. Der dafür Verantwortliche darf das wie immer prächtige, mit Musik untermalte Feuerwerk zum Ausklang getrost als Beschuss verstehen.

Gut 2000 Besucher waren beim Burgfest in diesem Jahr dabei, weniger als im vergangenen Jahr, war vom Vereinsvorsitzenden Axel Hirsch zu erfahren. „Aber allen hat es gefallen.“ Und am Sonnabendabend zum Tanz sei es sogar richtig voll geworden.

Sauer ist die Firma Licht und Tontechnik Kley aus Neustrelitz. Der waren zu allem Überfluss in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend auch noch vier sogenannte Moving Lights (siehe vorletztes Bild unten) von der Bühne gestohlen worden.