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Foto: Igor Heinzel

Ab Anfang Juni sind wieder tierische Helfer für die Pflege und den Erhalt der Wiesen am Ostufer der Feisneck zwischen Waren und Federow im Einsatz. Nur durch die regelmäßige Beweidung mit Schafen bleiben die Blütenpracht und die vielen bedrohten Arten an diesem besonderen Standort erhalten. Das Ostufer der Feisneck gehört zur Pflegezone des Müritz-Nationalparks. Der Erhalt der Artenvielfalt hat hier also einen besonderen Stellenwert, heißt es in einer Mitteilung aus dem Nationalparkamt.

Vom leuchtenden Gelb der Schlüsselblume bis zum kräftigen Blau des Wiesensalbeis lässt sich hier auf jedem Spaziergang etwas Neues entdecken. Damit das so bleibt und sich auf den Wiesenflächen nicht Sträucher und Bäume ausbreiten, wird die Unterstützung einer alten und genügsamen Schafrasse gebraucht. Auf dem schmalen Streifen entlang der Feisneck finden sich eine Vielzahl von seltenen und bedrohten Pflanzen, wie z.B. die Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis), der Sumpfsitter (Epipactis palustris), die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), die Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) oder die Sand-Sommerwurz (Orobanche arenaria).

Das Nationalparkamt Müritz organisiert und betreut die Beweidung. Die Schafe sollen die Fläche in kleinen Abschnitten beweiden. Dazu werden mit mobilen Elektrozäunen sogenannte Portionsweiden abgesteckt. Wie schon in der Vergangenheit, bleibt das Gebiet durch die drei Tore an den Wanderwegen öffentlich zugänglich und steht Erholungssuchenden offen. Das Nationalparkamt Müritz bittet allerdings alle Besucher darum, auf die Schafe Rücksicht zu nehmen. Die Tiere dürfen auf keinen Fall gefüttert werden. Sie sollten auch nicht unnötig beunruhigt werden. Dazu gehört vor allem, dass Hunde unbedingt an der Leine zu führen sind. Eine Regel, die ohnehin im gesamten Nationalpark gilt.

Ab 2005 wurden Teile des Ostufers mit Schafen beweidet. Die tierischen Gärtner waren zehn Jahre lang von Frühjahr bis Herbst für den Naturschutz im Einsatz. Im Jahr 2015 beendete der Berufsschäfer allerdings seine Arbeit. Bemühungen, einen neuen Schäfer zu finden, blieben über Jahre leider erfolglos. Umso erfreulicher ist es jetzt, dass die Schafbeweidung eine Fortführung findet. Zum Einsatz kommt hier ebenso wie am Müritzhof das so genannte Guteschaf. Es ist ein enger Verwandter des bekannten Gotlandschafes.