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Bahnhof

Die Uhr tickt. Läuft der Kleinseenbahn die Zeit davon?

Die Asylbewerber in der Kleinseenplatte haben für spürbar mehr Fahrgäste auf der Bahnstrecke Neustrelitz-Mirow gesorgt. „Für die Flüchtlinge ist es neben den Schulbussen die einzige Möglichkeit, zu den Behörden in Neustrelitz zu kommen“, sagte mir Christiane Bongartz, Sprecherin der Bürgerinitiative „Pro Schiene“.

Der Kleinseenbahn ist von den Verkehrsgutachtern des Büros Urbanus aus Lübeck Mitte Oktober zwar eine „deutliche Steigerung der Nutzerzahlen“ bescheinigt worden (Strelitzius berichtete), aber bis zu „nachhaltigen Perspektiven im Alltagsverkehr und im Integrierten Bahn-Busverkehr“ ist es noch ein gehöriges Stück. Immerhin waren die Experten im Herbst zu der Schlussfolgerung gekommen, dass „ein Abbruch des Modellprojektes und eine Einstellung der Bahnverbindung Neustrelitz–Mirow zum jetzigen Zeitpunkt dem bisher Erreichten und den bestehenden Entwicklungspotenzialen der Kleinseenbahn nicht gerecht werden würde“.

2017 schlägt wieder die Stunde der Wahrheit

Für die Aktivisten von „Pro Schiene“ war 2015 nach Einschätzung von Christiane Bongartz ein gutes Jahr, aber schon 2017 schlägt wieder die Stunde der Wahrheit, wenn das Modellprojekt offiziell ausläuft. „Insofern wird 2016 für uns ein Jahr des Einforderns“, so die Sprecherin. Schwerpunkte seien die Koordination von Bus- und Bahnverkehr, die Qualität der Bahnhöfe Wesenberg und Mirow, die Attraktivität der Bahn für den Alltags- und Schülerverkehr und die Verzahnung mit der Tourismuswirtschaft.

Der schwerste Brocken Arbeit bestehe aber darin, Land und Landkreis zusammenzubringen, um zu einer wirtschaftlich tragbaren Rechtskonstruktion für den Bahnbetrieb nach 2017 zu kommen. Dazu ist die Bürgerinitiative bereits mehrfach bei Ministerpräsident Erwin Sellering und Landrat Heiko Kärger vorstellig geworden.