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Die Neustrelitzer Stadtvertretung hat am Abend mit knapper Mehrheit der Zielvereinbarung mit dem Land zur Finanzierung der Theater und Orchester GmbH (TOG) zugestimmt. Bei dem namentlichen Votum sprachen sich zwölf Abgeordnete für das Papier aus, zehn stimmten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Den Ausschlag gaben die Stimmen der SPD- und der CDU-Vertreter. Damit wird der ungeliebte Weg zum von Schwerin geforderten Staatstheater Nordost, von vielen Kritikern auch als pure Erpressung bezeichnet, weiter beschritten.

Die Verwaltungsvorlage war zuvor noch nachgebessert worden. So wird das Land zum Defizitausgleich bei der TOG in Höhe von 1,4 Millionen Euro aufgefordert. Außerdem enthält der Beschluss einen Passus, in dem von Verhandlungen auf Augenhöhe statt Diktats in den Arbeitsgruppen der theatertragenden Kommunen mit dem Land die Rede ist. Letztlich wurde verlangt, dass Spielplangestaltung Sache der Intendanten bleibe.

Bereits enthalten waren die Forderung nach separater Weiterfinanzierung der Tanzkompanie sowie eine Kritik an der vom Land geforderten erhöhten jährlichen Theaterförderung von 400 000 Euro durch die Stadt. Die Mehrbelastung sei von der Kommune nicht zu schultern und widerspreche darüber hinaus dem Gesellschaftervertrag der TOG (Strelitzius berichtete).

Abgeschmettert wurde eine Eilvorlage von PuLS/FDP, den Linken, des Grünen Falk Jagszent und des Einzelbewerbers Bela Witt, die auf einen Neustrelitzer Alleingang abzielen und zur Finanzierung des Theaterbetriebes die Stadtwerke heranziehen wollen. Von der parlamentarischen Mehrheit wurde keine Eilbedürftigkeit erkannt. Strelitzius haben inzwischen mündliche Kommentare aus der Wirtschaft erreicht, wonach eine Umsetzung dieses Vorstoßes das Ende des Theaters, der Stadtwerke und ihrer Förderung für eine Vielzahl von Vereinen in Neustrelitz, nicht zuletzt des Tiergartens, bedeuten würde. Die Stadtwerke hätten schlichtweg nicht die freien Mittel.