Am Samstag, 8. November, steht unser absolutes Highlight des Jahres bevor: Wir vom PSV Neustrelitz empfangen die Helios Grizzlys Giesen, Platz 3 der letzten Bundesliga-Playoffs und eines der stärksten Teams Deutschlands. Das ist nicht das Ligaspiel gegen Giesen II am vergangenen Samstag, sondern der große Pokalfight gegen die Profi-Mannschaft aus der 1. Liga!
So ganz allmählich kommt unsereins in das Alter, wo die sozialen Kontakte spärlicher werden. Da ist es nur logisch, dass der Gang in die örtliche Kaufhalle plötzlich einen nie geahnten Stellenwert bekommt. Nicht nur, dass dort Nachbarn und Bekannte zu treffen sind. Jetzt, in der Urlaubszeit, mischen sich auch jede Menge Auswärtige unter unser überschaubares Kleinstadtvölkchen. Was nicht heißt, dass ich nun jedem einen Schwatz aufdränge. Mir reicht schon das Leutegucken und Leutehören. Bei mir im Garten kann ich nur den Wespen zuschauen, die gerade ein Nest bauen. Auch spannend, aber irgendwann ermüdend.
Ganz anders da der Einkaufstempel. Heute habe ich dort sogar jemanden kennengelernt. Ach, Sie essen keine Rispentomaten? Dann dürfte Ihnen der Name Stephan Apel auch nichts sagen. Stephan Apel begegnete mir gleich im Eingangsbereich. Genauer geschrieben, sein Konterfei. Wenn auch ohne Kopf. Man hatte dem Tomatenbauern von nebenan, der für die regionale Frische des Marktes stehen soll, nämlich ein weiteres Plakat direkt vors Antlitz gehängt. Übrigens mit einem QR-Code über Mund, Augen und Nase. Der allerdings nichts zur Erhellung beiträgt.
Nun kenne ich den Landwirt ja nicht näher, aber eine solche Behandlung hat er mit Sicherheit nicht verdient. Da dürften mir auch Leser zustimmen, die keine Rispentomaten schätzen. So geht man nicht um mit den Leuten, selbst, wenn sie auf Nachtschattengewächse setzen.
Meine hochinvestigativen Zeiten liegen ja auch schon etwas zurück, aber beim Torso von Stephan Apel wollte ich es denn doch nicht belassen. Wenn man Bekanntschaft schließt, dann richtig. Ergo habe ich den Lieferanten der roten Früchte eigenmächtig entblößt, also oben rum. Und fand ihn gleich auf den ersten Blick sehr sympathisch. Allerdings habe ich auch für soziale Kontakte nur begrenzt Zeit, ewig konnte ich das verhüllende Plakat nicht festhalten, und so wird Stephan Apel inzwischen wieder kopflos präsentiert. Vielleicht liest diese Zeilen ja der Zuständige im Markt und legt den Werbepartner endgültig frei. Darauf eine Rispentomate!
Mit dem heutigen Tag reiht sich das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz unter die Werbepartner von Strelitzius ein und honoriert damit gleichzeitig die jahrelange erfreuliche Zusammenarbeit zwischen Blogger und der Kulturadresse in der Neustrelitzer Schlossstraße. Für die Leser wird es jetzt noch einfacher, aus den vielen Freizeitangeboten des Quartiers zu wählen. Auf der Außenspalte meines Blogs findet sich nunmehr in guter Nachbarschaft weiterer Partner auch seine Daueranzeige, und mit einem Klick öffnet sich die Vorschau. Natürlich brauchen Strelitzius-Leser trotzdem nicht auf die ausführlichen Ankündigungen von Veranstaltungen im Kulturquartier zu verzichten.
Die Gründung der Einrichtung im Jahr 2016 gehört mit Sicherheit zu den Sternstunden in der jüngeren Geschichte der Residenzstadt. Strelitzius leistet gern seinen bescheidenen Beitrag zum Erfolg des Hauses. Ein Besuch dort lohnt sich übrigens immer.
Eine Unverfrorenheit haben sich Veranstalter eines „Bierfestivals“ in Rechlin geleistet. Sie haben mit einem Werbebanner an der B 198 in Wesenberg einfach die Ankündigung zum Burgfest am kommenden Wochenende in der Woblitzstadt (Strelitzius berichtete) zugehängt.
Entsprechend sauer ist der Wesenberger Burgverein. „Ich habe den Plakatierern per Mail eine Frist bis morgen Mittag gesetzt, ihre Werbung zu entfernen“, informiert mich Vereinsvorsitzender Axel Hirsch. „Ich weiß nicht, ob die unsere Gäste nach Rechlin umleiten wollen, oder gerade von einem anderen Bierfestival gekommen sind.“
Ein schönes Ostergeschenk hat die Residenzstadt den Zweitligavolleyballern vom PSV Neustrelitz gemacht. Der bekannte Werbeaufsteller der Sportler am Gehweg in der Louisenstraße hatte in den Aktionsradius der benachbarten Feuerwehr eingegriffen und für entsprechende Kritik der Kameraden gesorgt. Deshalb hatte PSV-Volleyballchef Patrick Scholz das Rathaus vor einiger Zeit um eine Alternative gebeten. Die ist nun mit einer an ein gespanntes Volleyballnetz angelehnte Werbefläche gefunden, die den Gehweg an der Strelitzhalle überspannt, von allen Vorbeifahrenden mühelos gesehen und darüber hinaus von Fußgängern und Radfahrern auch noch unterquert werden kann.
„Wir haben uns riesig gefreut“, sagte mir Patrick Scholz. „Wir werden uns jetzt mit unserem Werbepartner, der Graphischen Werkstatt, in Verbindung setzen und ein passendes Banner in Auftrag geben.“ Natürlich könne auch an der Fassade der Halle weiter für das erfolgreichste Sportteam der Stadt geworben werden.
Bleibt zu hoffen, dass Werbung für die Heimspiele der Zweitligisten bald wieder Sinn macht. Vorerst sind ja aus bekannten Gründen im Volleyballtempel am Glambecker See wie überall in der Liga Geisterspiele an der Tagesordnung.
Die Unternehmen in der Region versuchen ja mit allen Mitteln Azubis zu gewinnen. Wogegen nichts zu sagen ist, schließlich geht es um nicht weniger als unser aller Zukunft. Das allerdings nimmt zum Teil skurrile Formen an.
So bin ich heute beim Besuch einer der zwei Wesenberger Heimatkaufhallen über einen Aufsteller gestolpert, nee, eigentlich bin ich zurückgeprallt, auf dem „bad vibes“ in der Ausbildung junger Hoffnungsträger ausgeschlossen wurden. „Bei uns nicht“, hieß es da, und für die Begriffsstutzigen waren die „bad vibes“ auch noch durchgestrichen. Zwar lechze ich als Mann in den besten Jahren kurz vor der Rente nicht gerade nach einer Ausbildung, bin aber ungemindert wissbegierig. Trotz aller fortgeschrittenen Englischkenntnisse habe ich sicherheitshalber mein Handy gezückt und Alleswisser Google befragt. Ah ja, war mir doch so!
Tatsächlich wollte die Handelskette aus ihrer Sicht wohl so ganz jugendgemäß herüberbringen, dass bei ihr keine schlechte Stimmung aufkommt. Hoffentlich wird die Botschaft bei allem grassierenden Anglizismus in deutschen Landen von der Zielgruppe auch verstanden. Ob die Werbenden sich selbst unter der Corona-Krise meinen oder tatsächlich den jungen Leuten eine rosige Lehre zusagen, bleibt auf jeden Fall offen. Skepsis ist zumindest angebracht. Immerhin winken Mitbewerber den Schulabgängern heutzutage bereits mit Dienstwagen, Wohnung und vierstelliger Vergütung von Beginn an. Das begreift Hänschen auf jeden Fall, und Hannchen auch. Unsereins ist ja noch mit der Grundweisheit groß geworden, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind. Was ganzen Generationen auch nicht geschadet hat.
Bevor mich jetzt noch ewiggestrig die „bad vibes“ einholen, ziehe ich mir die guten alten Beach Boys mit „Good vibrations“ rein. Die zumindest wussten noch, wovon sie singen. Und hatten auf Deutsch schlichtweg Spaß.
Seit Anfang April stehen die Monitore in den elf Neustrelitzer Stadtbussen auch externen Werbepartnern zur Verfügung. Darauf hat mich Axel Malonek aufmerksam gemacht, dessen Werbeagentur www.kreativ.es in Groß Quassow das Konzept gestrickt hat und in Kooperation mit Becker-Strelitz Reisen auch Ansprechpartner für Interessenten ist.
Leea, Magnolien-Apotheke, Rehazentrum, Sparkasse, Italia Fliesenmarkt oder Mrs. Foto sind erste Kunden, die von der neuen Werbemöglichkeit überzeugt sind. Nach Angaben Maloneks werden monatlich mehr als 40 000 Fahrgäste erreicht.
Die Mirower Stadtvertretung hat fraktionsübergreifend beschlossen, eine Plakatierung zu Werbezwecken an Laternenpfählen nicht mehr zuzulassen. Das betrifft auch Wahlkampfaushänge. Die Initiative war von der CDU-Fraktion ausgegangen, später hatte sich die SPD angeschlossen und gemeinsam mit den Christdemokraten einen entsprechenden Beschlussantrag für die gestrige Sitzung formuliert. Dem wiederum schlossen sich alle Abgeordneten an, so dass jetzt der einheitliche Wille der gewählten Volksvertreter dahintersteht.
Ob der Beschluss tatsächlich auch Rechtsbestand hat, bleibt abzuwarten. Aber an einer ganzen Stadtvertretung müsse man auch erst einmal vorbeikommen, so der Tenor. Es gebe im 21. Jahrhundert andere Möglichkeiten, sich an die Bürger zu wenden, hatte der 1. Vizebürgermeister Henry Tesch auf der Sitzung der Stadtvertreter im Oktober argumentiert. Werbeplakate an Laternen verunzierten einfach die Ortsbilder.
Die Mirower Stadtvertreter wollen auf einer der nächsten Sitzungen darüber nachdenken, ob sie per Satzung Werbung an Laternenpfählen einschließlich Wahlwerbung untersagen können. Einen entsprechenden Vorstoß hat der 1. Vizebürgermeister Henry Tesch (CDU) auf der Stadtvertretersitzung am Dienstagabend unternommen.
Es gebe im 21. Jahrhundert andere Möglichkeiten, sich an die Bürger zu wenden, argumentierte Tesch. Die Werbung an Laternen verunziere immer wieder die Ortsbilder. Der Vorschlag wurde zunächst protokolliert. Natürlich muss zuerst geprüft werden, ob ein solches Verbot im Einklang mit der deutschen Rechtssprechung steht.
Es gibt so Geschichten, die kann man fortschreiben. In diesem Fall ist zu hoffen, dass es nicht eine unendliche Geschichte wird. Im vergangenen Juni hatte ich mich an dieser Stelle darüber geärgert, dass am Abzweig Groß Trebbow von der B 198 direkt im Kreuzungsbereich ein die Gegend verhunzender Bretterturm entstanden ist, der offensichtlich zu Werbezwecken dienen sollte.
Inzwischen sind die Reklametafeln an einen daneben errichteten zweiten Turm umgezogen. Der sieht nicht unbedingt besser aus, ist aber dafür noch um einiges höher als sein Vorgänger und erweckt in seiner Stahlkontruktion zumindest nicht den bisherigen Eindruck eines Provisoriums. Mit dem Teil müssen wir uns wohl abfinden, das kann unmöglich ein Schwarzbau sein.
Nur fragt sich Strelitzius, warum nun das Holzgerüst stehen geblieben ist. Dient es als Aufstiegshilfe zum stählernen Nachbarn? Ist es der Grundstock für eine Jagdkanzel, die hier vielleicht demnächst entsteht? Eine wildreiche Ecke ist es ja, und jede Menge freies Schussfeld gibt es ja auch. Ein Abenteuerspielplatz fällt vermutlich aus. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
So jedenfalls ist der Zustand nur verschlimmbessert worden. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben. Setzen wir mal den Saisonbeginn als nächstes Berichterstattungsdatum in diesem Blog. Gern auch früher!