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Die Unternehmen in der Region versuchen ja mit allen Mitteln Azubis zu gewinnen. Wogegen nichts zu sagen ist, schließlich geht es um nicht weniger als unser aller Zukunft. Das allerdings nimmt zum Teil skurrile Formen an.

So bin ich heute beim Besuch einer der zwei Wesenberger Heimatkaufhallen über einen Aufsteller gestolpert, nee, eigentlich bin ich zurückgeprallt, auf dem „bad vibes“ in der Ausbildung junger Hoffnungsträger ausgeschlossen wurden. „Bei uns nicht“, hieß es da, und für die Begriffsstutzigen waren die „bad vibes“ auch noch durchgestrichen. Zwar lechze ich als Mann in den besten Jahren kurz vor der Rente nicht gerade nach einer Ausbildung, bin aber ungemindert wissbegierig. Trotz aller fortgeschrittenen Englischkenntnisse habe ich sicherheitshalber mein Handy gezückt und Alleswisser Google befragt. Ah ja, war mir doch so!

Tatsächlich wollte die Handelskette aus ihrer Sicht wohl so ganz jugendgemäß herüberbringen, dass bei ihr keine schlechte Stimmung aufkommt. Hoffentlich wird die Botschaft bei allem grassierenden Anglizismus in deutschen Landen von der Zielgruppe auch verstanden. Ob die Werbenden sich selbst unter der Corona-Krise meinen oder tatsächlich den jungen Leuten eine rosige Lehre zusagen, bleibt auf jeden Fall offen. Skepsis ist zumindest angebracht. Immerhin winken Mitbewerber den Schulabgängern heutzutage bereits mit Dienstwagen, Wohnung und vierstelliger Vergütung von Beginn an. Das begreift Hänschen auf jeden Fall, und Hannchen auch. Unsereins ist ja noch mit der Grundweisheit groß geworden, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind. Was ganzen Generationen auch nicht geschadet hat.

Bevor mich jetzt noch ewiggestrig die „bad vibes“ einholen, ziehe ich mir die guten alten Beach Boys mit „Good vibrations“ rein. Die zumindest wussten noch, wovon sie singen. Und hatten auf Deutsch schlichtweg Spaß.