Schlagwörter
Fest, Jubiläum, Landestheater, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Spielt!, Uraufführung

250 Jahre Theater für die Seenplatte sind am gestrigen Abend in Neustrelitz von Theaterschaffenden und Publikum gebührend gefeiert worden. Einem wunderschönen Fest auf dem Vorplatz des Landestheaters mit Künstlern des „Chapeau Clubs“ aus Berlin und Essen bei bestem Wetter sowie einem Sektempfang folgte die Uraufführung der musikalisch-dramatischen Zeitreise „Spielt!“. In der Konzeption von David Czesienski, Oliver Lisewski und Martin von Bargen brachten Musiktheater, Schauspiel, Neubrandenburger Philharmonie, Opernchor der TOG und Deutsche Tanzkompanie das Vierteljahrhundert Geschichte kulturell, politisch und sozial gemeinsam auf die Bühne. Die beeindruckende, dem Anlass alle Ehre machende Aufführung, dazu morgen mehr hier im Blog, wurde von den Zuschauern im ausverkaufen Haus mit stehenden Ovationen minutenlang gefeiert.
Zuvor hatte Sven Müller, bald sieben Jahre Intendant bei der TOG, auf dem Theatervorplatz betont, dass Kunst immer in Beziehung zu ihrer Zeit und ihrem konkreten gesellschaftlichen Umfeld steht. „Jede Zeit schafft sich aus ihren Bedingungen, ihren Möglichkeiten und ihren Notwendigkeiten heraus eine ihr gemäße Kunst. Und die Kunst ändert mit der Zeit ihre Ausdrucksformen. Sie ist ein Spiegel, in den eine Gesellschaft blickt. Und genauso ist es das Theater. Was aber über die Zeiten konstant bleibt: Das Theater stellt dar, erforscht, versucht zu erklären, was den Menschen bewegt. es lädt ein zum Erkennen, zum Mitfühlen und Reflektieren. Es will uns Lösungen aufzeigen, und das ist nötig. Das war 250 Jahre lang nötig, es ist jetzt nötig, und es wird auch weiter so sein.“
Zeitlose Kraft und verbindendes Element
Und daraus begründe sich die zeitlose Kaft des Theaters, hob der Intendant hervor. Kultur sei ein verbindendes Element in sich verändernden Zeiten, könne beitragen zu menschlicher und demokratischer Gemeinschaft, und das werde einem bei einem solchen Jubiläum bewusst. „Wir brauchen Theater“, nicht ohne Grund habe das Theater in der Seenplatte seit 250 Jahren sein Publikum, schloss Sven Müller. „Wir tragen ein großes Erbe. Ich glaube an die Kunst, und ich glaube an dieses Theater“
Für die Gesellschafter der TOG ergriff der Neubrandenburger Oberbürgermeister Nico Klose das Wort. Er nannte das Jubiläum ein „unglaublich tolles Ereignis“. „Theater ist eine Schmiede der Demokratie. Wir alle, die wir die Schönheit eines Theaters zu schätzen wissen, wissen auch, was uns fehlen würde, wenn es nicht mehr da wäre.“ Die Stärke einer Kommune, einer Stadt bemesse sich immer auch daran, welchen Raum sie Kultur zur Verfügung stellen könne. „Als Mitgesellschafter der Theater und Orchester GmbH werden wir auch weiter dafür kämpfen, dass die Theaterhäuser in Neustrelitz und Neubrandenburg erhalten bleiben, dass wir trotz klammer Kassen weiter in Kultur investieren können“, versprach Klose.
Kulturministerin: Das Land steht zur TOG
Aus Schwerin war Bettina Martin, MV-Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, angereist. Sie gratulierte „im Namen der Landesregierung und von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu diesem wunderbaren Jubiläum und vor allem zu diesem wunderbaren Theater. Auch wir als Land stehen trotz finanziell schwieriger Zeiten zum Theater hier in Neustrelitz und Neubrandenburg sowie zur TOG insgesamt. Es ist uns gelungen, zusammen mit den kommunalen Trägern dem Theater zu helfen und es auf stabilere Füße zu stellen. Jeder Euro, den wir in die Theater und in die Künstler investieren, ist gut angelegt“, stellte die Ministerin heraus. „Gerade in diesen Zeiten brauchen wir die freie Kunst und Kultur in diesem Land für die Menschen. Ich bin immer bereit für gute Gespräche und bin mir sicher: Sie hier an der Seenplatte mit ihren starken Akteuren schauen in eine gute Zukunft.“
Auch Landrat Thomas Müller und der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund hatten es sich nicht nehmen lassen, bei der Jubiläumsfeier dabei zu sein.
Marstall soll Spielstätte werden
Seitens des Theaterfördervereins überreichte dessen Vorsitzender Marco Zabel an den Intendanten Sven Müller eine symbolische Geldschatulle. Unter dem Titel „Der Marstall erwacht. Gemeinsam für das Theater“ will der Verein Mittel zusammenbringen für den Innenausbau des historischen Gebäudes und insbesondere eine kleine Spielstätte dort. Auch zu diesem Thema wird noch ausführlicher hier im Blog informiert.








