Schlagwörter
Deutsche Tanzkompanie, Finanzierung, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Stadtvertretung, Theaterförderverein

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins Landestheater Mecklenburg e.V. hat sich einstimmig für den Erhalt der Deutschen Tanzkompanie (Strelitzius berichtete) ausgesprochen. Sie fordert Gesprächsbereitschaft der Landesregierung und endlich Lösungen. Die Mitglieder zeigten sich irritiert über die seit mehreren Jahren nicht eingelösten Versprechen der Landespolitik. Auf dem Theaterball 2019 hatte sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sehr persönlich für den beeindruckenden leidenschaftlichen Einsatz der Bürger bedankt und das Engagement in und um Neustrelitz ausdrücklich hervorgehoben. Nicht zuletzt hatte Sie sich bei Bürgern und Künstlern für das Versagen der Politik entschuldigt. Mit dem Theaterpakt für ganz Mecklenburg-Vorpommern würden gerechte Lösungen für alle Standorte und Sparten gefunden.
Die Theaterfreunde kritisieren nun vehement, dass im Falle der Deutschen Tanzkompanie die Umsetzung der angekündigten Lösungen seit Jahren verweigert werden. Dies sei nicht allein ungerecht, sondern existenzgefährdend. Erinnerungen an den gemeinsamen Einsatz bis 2018 wurden wach; insbesondere Fördervereinsmitglieder, die sich auch in und mit der Publikumsinitiative und dem Theaternetzwerk engagierten, dabei viele Gespräche mit Vertreter*innen der Landesregierung führten, sehen sich ge- und enttäuscht.
Ensemblemitglieder bei der Stadtvertretersitzung
Ensemblemitglieder der Deutschen Tanzkompanie und der geschäftsführende Vorstand, sämtlich Einwohner von Neustrelitz, nutzten in der vergangenen Woche die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde der Neustrelitzer Stadtvertretung. Ausgehend von der Tatsache, dass nicht allein die Tanzkompanie-Geschäftsführung bisher keine Antworten aus Schwerin bekam, sondern zuletzt auch ein Schreiben der kommunalen Spitzen an die Ministerpräsidentin unbeantwortet blieb, wurde gefragt, wie Stadtvertretung und Verwaltung damit umgehen, ebenfalls ignoriert zu
werden.
Neustrelitz ist – ebenso wie die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg und der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte – willens, die Leistungsfähigkeit der Deutschen Tanzkompanie gemeinsam mit dem Land M-V zu sichern. Entsprechende Vorschläge an das Land wurden unterbreitet, waren aber trotz bekannt prekärer Situation des kulturellen Aushängeschilds ohne
irgendeine Reaktion der Landesregierung geblieben. Einzig und allein im Falle der Deutschen Tanzkompanie gelten die finanziellen und sozialen Standards des sogenannten Theater-Paktes M-V bisher nicht. Seitens der Vertreter der Stadt und des Bürgermeisters wurde die Haltung
der Residenzstadt und der Wunsch, endlich zeitnah eine Lösung zu erreichen, klar bekräftigt.
Inzwischen hat der Chef der Staatskanzlei mit einem kurzen „Zwischenstand“ reagiert. Das wird als gute Nachricht gewertet.