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Die Inszenierung übernimmt Georg Quander, Künstlerischer Direktor der Musikkultur Rheinsberg.

Carl-Heinrich Grauns Oper „Silla“ wird im kommenden Jahr erstmals seit 1783 wieder auf einer Opernbühne zu erleben sein: Rund 240 Jahre nach ihrer letzten Aufführung hat die Oper, deren Libretto von Friedrich dem Großen stammt, im August 2022 als Koproduktion der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und der Musikkultur Rheinsberg Premiere in Innsbruck. 2023 wird sie bei den Osterfestspielen Schloss Rheinsberg gezeigt – dem Ort, an dem Friedrich der Große mit Carl Heinrich Graun und weiteren Mitgliedern seiner Hofkapelle seine künstlerischen Visionen entwickelte.

Das 1753 in der Königlichen Hofoper in Berlin uraufgeführte Werk handelt vom römischen Diktator Sulla, der durch die blutige Niederschlagung des römischen Bürgerkriegs, vor allem aber durch seinen anschließenden, alle Parteigänger überraschenden, freiwilligen Machtverzicht literarische Berühmtheit erlangte. Friedrich thematisiert in seinem Libretto, ebenso wie in den beiden anderen Opernbüchern aus seiner Hand („Coriolano“ und „Montezuma“), die Rolle des Herrschers und seine Pflichten, mit denen er sich bereits als Kronprinz während seiner Rheinsberger Zeit und in seiner Streitschrift „Antimacchiavell“ auseinandergesetzt hat.

Die musikalisch reiche und anspruchsvolle Partitur stellt für das heutige Theater eine besondere Herausforderung dar, da der Besetzungszettel allein vier große Kastratenpartien ausweist. Die Innsbrucker Festwochen und die Osterfestspiele Rheinsberg sind glücklich, vier erstklassige männliche Solisten für diese Aufgaben gewonnen zu haben: So wird Bejun Mehta die Titelpartie übernehmen, Valer Sabadus, Samuel Mariño und Hagen Matzeit sind seine Gegenspieler Metello, Postumio und Lentulo, der Tenor Merti Süngü wird den intriganten Freigelassenen Crisogono gestalten, Eleonora Bellocci und Roberta Invernizzi die beiden weiblichen Rollen übernehmen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Alessandro De Marchi, die Inszenierung übernimmt Georg Quander, Bühne und Kostüme entwirft Julia Dietrich.

Die Auführungen in Innsbruck sind für den 5., 7. und 9. August 2022 geplant, in Rheinsberg wird das Werk im Rahmen der Osterfestspiele am 7. und 9. April 2023 zu erleben sein.

Dem Archivschlaf entrissen

Nach „Montezuma“ (Berliner Festwochen 1981) und „Cleopatra e Cesare“ (Staatsoper Unter den Linden 1992) wird „Silla“ die dritte Oper von Carl Heinrich Graun sein, die auf Initiative von Georg Quander dem Archivschlaf entrissen und zurück auf die Opernbühne gebracht wird. „Montezuma“ und „Cleopatra e Cesare“ wurden nach den Berliner Aufführungen auch von verschiedenen Bühnen im In- und Ausland, so u.a. auch von Siegfried Matthus in Rheinsberg, nachgespielt und für Tonträger aufgenommen.

Die handschriftlichen Partiturabschriften des verlorenen Graun-Autographen von „Silla“ liegen in der Staatsbibliothek in Berlin; aus den Quellen hat Roland Steinfeld, der bereits 2019 die Ausgabe von Cimarosas „Gli Orazi e i Curiazi“ für die Kammeroper Schloss Rheinsberg besorgt hat, 2020 im Auftrag der Musikkultur Rheinsberg eine kritische Urtextausgabe erarbeitet.

Die Musikkultur Rheinsberg gGmbH engagiert sich als Bildungsanbieter und Veranstalter für Musik und Kultur in Brandenburg und überregional.

Mit dem Internationalen Festival junger Opernsänger*innen »Kammeroper Schloss Rheinsberg« bereichert sie die Festivallandschaft und unterstützt den Sängernachwuchs. Die Musikakademie Rheinsberg | Bundes- und Landesakademie gibt mit ihrem umfassenden musikalischen Bildungsangebot über das Land Brandenburg hinaus Impulse; inhaltliche Schwerpunkte sind Musiktheater, Alte und Neue Musik sowie die Förderung der Amateurmusik. Mit ihren Räumen im historischen Kavalierhaus des Schlosses Rheinsberg, dem ganzjährigen Veranstaltungsbetrieb im Schlosstheater und den Open-Air-Aufführungen ist die Musikkultur der kulturelle Anziehungspunkt im Norden Brandenburgs.

www.musikkultur-rheinsberg.de

www.altemusik.at/de/veranstaltungen/silla?date=2022-08-05