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Einmal im Jahr ist in der Strelitzius-Küche Minestrone angesagt. Italiens Gemüseeintopf ist einfach ein Muss, vegetarisch oder mit Einlage. Heute habe ich ihn coronakonform Nachbar Peter und damit dem ersten „Fremdesser“ vorgesetzt. Die Mundwinkel unseres dienstältesten Wesenberger Freundes gingen eindeutig nach oben, und der Daumen auch.

Zwei Stunden habe ich allerdings auch gebraucht, um aufzutischen. Allein die Gerüche entschädigen für alles, und die kann man schon im Auto und danach im Keller haben. So ein Gemüse-Potpourri ist bereits in der Nase ein Genuss und animiert die Geschmacksnerven. Ich empfehle zum Einkauf das gut sortierte Neustrelitzer Kaufland. Dort war zwar auch keine Steckrübe zu haben, aber eine Kohlrübe tat es auch. Wohl kein Händler kann die komplette Palette anbieten.

Noch eine Vorbemerkung: Den größten Topf des Hauses aus dem Schrank holen. Da kommt viel Gutes zusammen, und was ich hier aufschreibe, ist ausnahmsweise auf sechs Personen bemessen. Der Handel hat es bis heute nicht geschafft, sich im Bereich Obst/Gemüse/Fleisch auf vier Personen einzustellen. Morgen gibt es also erneut Minestrone, kein Problem. Und der Rest von rund 50 Prozent wird eingefroren. Das übrige Gemüse wartet im Kühlschrank auf ein kreatives nächstes Wochenende.

Eine Zwiebel fein würfeln. Einen halben Wirsing mundgerecht schneiden, den Strunk entfernen. Zwei Stangen Lauch längs halbieren und fein schneiden. 200 Gramm Möhren in mundgerechte Stücke teilen, eine halbe Knolle Sellerie sowie 300 Gramm Stangensellerie und 150 Gramm Kartoffeln, Eine halbe Kohlrübe (Steckrübe) auch, wobei hier noch mal die Hälfte zu raspeln ist. Dann habe ich noch 600 Gramm Strauchtomaten gewürfelt. Ich bin übrigens nicht allein. Andere Hobbyköche haben mir bestätigt, dass nichts so entspannend ist wie Gemüse zu schnipseln. Dazu gute Musik und den einen oder anderen Schluck…

Nun scheiden sich die Geister. Ich habe noch 800 Gramm Putenfilet geschnetzelt, die Italiener mögen es mir nachsehen. Wobei da auch jedes Dorf eine andere Küche hat. Jetzt wie gesagt im größten verfügbaren Topf zwei Esslöffel gutes Olivenöl erhitzen und das Gemüse anschwitzen. Nach fünf Minuten eineinhalb Liter Gemüsebrühe angießen, zwei Lorbeerblätter hinzufügen und das Essen bei mäßiger Hitze 15 Minuten kochen lassen. Das Fleisch hinzugeben, sobald das Gemüse zusammengefallen und Platz im Topf ist.

Während das Gericht so vor sich hin köchelt, in einem zweiten Topf 150 Gramm Kleinnudeln al dente kochen, ich hatte nur toskanische Hartweißengrieß-Fusilli im Pasta-Regal vorrätig, abgießen. Außerdem 50 Gramm TK-Petersilie, 40 Gramm Parmesan, 40 Gramm Mandelblättchen, zwei feingehackte Knobizehen und ein paar Spitzer Zitrone sowie etwas abgeriebene Orangenschale mit 70 Millilitern Olivenöl zu einem Pesto vermischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen.

Die abgegossenen Nudeln zum Eintopf geben und das Gericht noch einmal aufkochen. Erneut die Salz- und die Pfeffermühle kreisen lassen. Den Eintopf in tiefe Teller geben, einen Klacks Pesto mit der Suppe vermischen und dazu ein, zwei Scheiben Ciabatta reichen. Bella Italia!