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Im Gelben Saal des Neustrelitzer Schlosses, Tagungsort des Landtages von Mecklenburg-Strelitz, ergriff auch die SPD-Abgeordnete Erna Weiland das Wort.

Neben dem bundesweiten Interesse an Orten der deutschen Demokratiegeschichte, zu denen Neustrelitz mit seinem Schloss offiziell gehört (Strelitzius berichtete), sollen auch Personen der Demokratiegeschichte Deutschlands nicht in Vergessenheit geraten. Das hat mir mein Blogpartner Holger Wilfarth aus Neustrelitz erzählt, der in der Sache forscht und mich gebeten hat, einen Aufruf zu starten. Im Mittelpunkt steht Erna Weiland, die im Freistaat Mecklenburg-Strelitz wahrscheinlich als erste Frau in Deutschland als Abgeordnete in einem demokratischen Parlament vertreten war und damit an der ersten demokratischen Landesverfassung in Deutschland vom 29. Januar 1919 mitgewirkt hat.

Von Erna Weiland wissen wir dank einer Publikation von Andreas Frost „Aufbruch in die Demokratie – Landtage und Abgeordnete in Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin zwischen 1918 und 1920“, dass sie am 5. August 1888 in Herzwolde südöstlich von Neustrelitz geboren worden ist und die einzige Frau in der Verfassungsgebenden Versammlung von Mecklenburg-Strelitz war. „Die Tochter des Försters Otto Schmidt gab als Adresse die ‚Villa Lieselotte‘ am Röblinsee in Fürstenberg an. Als Beruf verzeichnete die Landtagsverwaltung „Ehefrau“. Nach ihrer Scheidung heiratete sie ein zweites Mal – den Kaufmann Adolf Heins. Die Ehe wurde 1929 in Berlin geschieden. Danach verliert sich Erna Weilands Weg.

In der Verfassungsgebenden Versammlung sprach Erna Weiland (SPD) nur ein einziges Mal, als es um den Erhalt des Neustrelitzer Theaters ging. Sie bat die Regierung im Namen der deutschen Künstler und Künstlerinnen, ‚die wahre hohe Kunst mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, zu unterstützen‘, und schloss nach nicht einmal zwei Minuten mit einem Goethe-Zitat.

Kurz nach der Novemberrevolution waren in Fürstenberg eine Frau und ein Mann aktiv, die ebenfalls den Namen Weiland trugen. Ein Max Weiland war Schriftführer des Arbeiter- und Soldatenrates. Eine Marga-Sela Weiland war Rednerin im Deutschen Haus zum Thema Frauenwahlrecht. Ob Erna Weiland mit ihnen verwandt war, lässt sich aus den Unterlagen nicht ersehen“, schließt Andreas Frost.

Holger Wilfarth und natürlich Strelitzius wüssten nun gern, ob es Menschen in unserer Region oder vielleicht auch darüber hinaus gibt, die etwas über den weiteren Lebensweg von Erna Weiland wissen oder sich persönlich an sie erinnern. Vielleicht gibt es sogar ein Foto von ihr. Wir sind gespannt!