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Raivis Villumsons (vorn rechts) machte das frühe 1:0. Da war die Welt noch in Ordnung.

Die Oberligisten der TSG Neustrelitz haben ihr Heimspiel gegen Hertha 03 Zehlendorf am heutigen Sonntag im Parkstadion vor 350 Zuschauern mit 2:4 (1:2) verloren. Nach einem hoffnungsvollen Beginn durch Raivis Villumsons in der 5. Minute, der mit einem straffen Schuss aus zwölf Metern Entfernung den Ball in die rechte Ecke des Gehäuses der Berliner zimmerte, wurden die Platzherren durch einen Doppelschlag der Gäste in der 32. und 34. Minute eiskalt erwischt. Beide Male traf Patrick Jahn.

Anrennen mit dem Mut der Verzweiflung, links Patrice Epale Otto, der sich auch heute nicht schonte, rechts neben ihm Torjäger Justin Schultze.

Spätestens jetzt unsere Jungs angeknockt, der Bruch im Spiel trat aber wohl schon früher ein. Erst musste Mudai Watanabe verletzt auscheiden, der sich wahrscheinlich die Schulter auskugelt hat, dann versäumte es Justin Schultze, eine 150-prozentige Chance in ein 2:0 umzumünzen. Einfache Ballverluste machten die konternden Herthaner immer wieder stark, die blitzschnell unterwegs waren, zum Glück nur den Pfosten trafen, während die Neustrelitzer offenbar nur noch den Halbzeitpfiff ersehnten. Villumsons hatte noch eine gute Tormöglichkeit auf dem Schuh, versemmelt. Die Defensive der TSG heute vom Anpfiff an katastrophal, es war schon demütigend, wie der Gegner da durchmarschierte. Abwehrchef Kavin Riechert übernahm nach Abpfiff persönliche Verantwortung, das zeichnet den sympathischen Sportmann aus.

Das Spiel wurde immer ruppiger, Schiedsrichter Daniel Kresin bekam es nicht in den Griff und wurde am Ende wegen zahlreicher strittiger Entscheidungen, so hatte er unter anderem TSG-Coach Maximilian Dentz Rot gezeigt und den Trainer wegen Meckerns auf die Zuschauertribüne geschickt, gnadenlos ausgepfiffen. Pascal Schölzke, eben wieder einsatzfähig, wird wohl auf die Verletztenbank zurückkehren müssen. Für ihn wurde nach Ausscheiden in der zweiten Halbzeit Jupp Tilly Sielaff aus der zweiten Mannschaft der TSG eingesetzt. Gut, dass wir eine Zweite haben.

Kevin Schultze sorgte mit dem 2:4 wenigstens für eine Resultatsverbesserung.

„Ich spüre euch nicht, sehe euch nicht, mehr Bereitschaft“, rief Dentz seinen Spielern zu, die in Halbzeit 2 zunächst da weitermachten, wo sie in Halbzeit 1 aufgehört hatten. In der 67. Minute spazierte Mike Ryberg durch die Hintermannschaft der TSG und sorgte für das 1:3, in der 77. Minute machte Phil Butendeich ähnlich mühelos das vierte Tor für die Herthaner. Mit dem Mut der Verzweiflung rannten die Residenzstadtkicker gegen die Niederlage an und wurden wenigstens noch mit dem 2:4 durch Justin Schultze in der 88. Minute nach Ecke belohnt.

Coach Maximilian Dentz: „Das darf uns nicht zurückwerfen.“

„Das müssen wir jetzt abschütteln, das darf uns nicht zurückwerfen“, so Maximilian Dentz nach dem Spiel gegenüber Strelitzius. Gleichwohl pfeife seine Truppe jetzt personell wirklich „auf dem letzten Loch“. „Wir hätten das 2:0 machen müssen, das war der Knackpunkt im Spiel“, bestätigte mein Blogpartner auch meine Einschätzung.

Das letzte Wort hat heute TSG-Präsident Hauke Runge: „Was das Spiel angeht, so war es auf unserer Seite einfach nur schlecht. Ein Tag zum Abhaken.“ Ansonsten sei er ja dafür bekannt, dass er sich über Unparteiische nicht äußere. Heute gestatte er sich aber mal eine Ausnahme. „Was der Schiedsrichter hier geboten hat, war bei allem Respekt einfach unterirdisch.“

Die TSG Neustrelitz findet sich nach dem 9. Spieltag in der Oberliga Nord abgestürzt auf Rang 7 wieder. Nächster Gegner am kommenden Sonnabend ist der Rostocker FC.

Die Miene von Nils Röth nach Abpfiff spricht Bände.

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