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In Neustrelitz wird die Kindertafel beim DRK-Sitz in der Lessingstraße aufgebaut.

Bislang erhielten Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien einmal am Tag eine warme Mahlzeit bei ihren Tagespflegepersonen, in ihrer Kita oder in der Schule. Dafür hat der Landkreis eine Chipkarte eingeführt. Doch in der Corona-Krise gehen diese Kinder nicht mehr zu ihren Tagespflegepersonen, in ihre Kitas oder in die Schulen, und sie haben trotzdem Hunger. Nicht selten sind der Kühlschrank und die Kasse in ihren Familien leer oder fast leer.

Die finanziellen Mittel für ihre Verpflegung kommen vom Bund und sind trotzdem vorhanden. Und sie müssten sogar zurückfließen, wenn sie nicht an die bedürftigen Kinder ausgegeben wurden. Aus Datenschutzgründen sind die Jobcenter jedoch nicht berechtigt, die Anschriften der berechtigten Familien herauszugeben, so dass keine individuelle Auslieferung der Beutel erfolgen kann.

Aus diesem Grund haben die Deutsche Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e. V. gemeinsam mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und dem Deutschen Roten Kreuz Mecklenburgische Seenplatte ein Experiment ins Leben gerufen, dass sicherlich nicht alle, aber doch etliche Betroffene erreichen und ihnen helfen kann:

Am kommenden Mittwoch wird als Pilotprojekt eine „mobile Kindertafel“ unter dem Motto „Essen für ALLE“ eingeführt, die an vier Standorten der Mecklenburgischen Seenplatte Verpflegungsbeutel an anspruchsberechtigte Kinder ausgeben wird.

Die Ausgabeorte sind:

  1. Das DRK-Gesundheitszentrum Waren (Müritz), Weinbergstraße 19 a
  2. Die DRK-Geschäftsstelle Neustrelitz, Lessingstraße 70
  3. Der DRK Kita des Kreisverbandes Neubrandenburg, Paradieswiese 2
  4. Der DRK Kita des Kreisverbandes Demmin, Rosestraße 38

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es derzeit rund 8.000 anspruchsberechtigte Kinder, die ein Anspruch auf eine warme Mahlzeit am Tag haben.

„Wir werden das Projekt nach dem Probelauf analysieren und ggf. nachsteuern müssen. Aber es könnte ein Modell für ganz Deutschland werden, auf diesem Wege die Verpflegung von Kindern, die zurzeit zu Hause bleiben müssen, zumindest zu verbessern. Jetzt müssen alle guten Willen zeigen und mitmachen. Reden reicht nicht“, so Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e. V in Berlin, der selbst in Mecklenburg-Vorpommern lebt. Besonders bedankte er sich beim Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Mecklenburgische Seenplatte, Uwe Jahn, und seinen Kollegen. „Er ist ein Macher, wie man ihn sich nur vorstellen kann, und ohne Menschen wie ihn sähe es schlechter aus in unserem Land“, so Becker.

Die Ausgabezeiten sind zunächst einmal Mittwoch, der 8. April, von 10 Uhr bis 12 Uhr und Mittwoch, der 15. April, ebenfalls zwischen 10 Uhr und 12 Uhr. Danach wird – auch in Abhängigkeit von den Schließungen von Tagespflegestellen, Kitas und Schulen – neu entschieden.