Schlagwörter

, , , , ,

Das 3 Königinnen Palais Mirow lädt am kommenden Freitag, den 28. Februar, um 18 Uhr, zum Finale der Vortragsreihe „Das Haus Mecklenburg-Strelitz und die Fürstengruft: von Regenten, Kavalieren und starken Frauen“ ein.

Sandra Lembke hat für die Leser des Strelitzius Blogs auch diesmal eine ausführliche Vorschau parat. Die Neustrelitzer Historikerin beginnt übrigens mit dem Sommersemester ein Fernstudium in Hagen zum Master of Arts Geschiche. Ich wünsche meiner Blogpartnerin dafür sicherlich auch im Namen der ganzen Gemeinde maximalen Erfolg.

Sandra Lembke widmet sich am Freitag der Familie des Großherzogs Adolf Friedrich V. von Mecklenburg-Strelitz (1848-1914). Dieser bestieg erst im Alter von knapp 56 Jahren den Thron und bemühte sich um die Modernisierung seines Landes. Im Frühjahr 1877 vermählte sich Adolf Friedrich V. mit Prinzessin Elisabeth von Anhalt (1857-1933). Sie machte sich in ihrer neuen Heimat vor allem durch ihr karitatives Engagement einen Namen. Doch dieser Landesmutter war privat nur wenig Glück beschieden. So stand sie lange im Schatten ihrer selbstbewussten Schwiegermutter und musste zudem zahlreiche familiäre Schicksalsschläge verkraften.

Nicht standesgemäße Beziehung eingegangen

Ihre älteste Tochter Marie (1878-1948) ging als junges Mädchen eine nicht standesgemäße Beziehung ein und verlor aufgrund des daraus resultierenden Skandals alle Chancen auf eine hochrangige Verbindung. So trat die Herzogin zunächst mit einem französischen Grafen vor den Altar. Die Ehe gestaltete sich aber wenig erfreulich und wurde im Jahr 1908 geschieden. Einige Jahre später vermählte sich Marie ein zweites Mal.

Das Schicksal der Schwester sollte auch indirekte Auswirkungen auf die zweite Tochter Jutta (1880-1946) haben. Auch diese musste nach dem Skandal schnell unter die Haube gebracht werden. Jutta heiratete im Sommer 1899 den Erbprinzen Danilo von Montenegro und begleitete ihren Mann während des Ersten Weltkrieges ins Exil. Im Jahr 1921 war sie für wenige Tage Titular-Königin des Landes der schwarzen Berge.

Junger Regent erwirbt sich großes Ansehen

Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg-Strelitz (1882-1918), der älteste Sohn, trat die Regierung wenige Wochen vor Beginn des Ersten Weltkrieges an. Statt sich – wie eigentlich gewünscht – um die Förderung von Kunst und Kultur verdient zu machen, musste der junge Regent die Mecklenburg-Strelitzer Soldaten ins Feld führen. Da sich Adolf Friedrich VI. in diesen schweren Zeiten aber viel um Verwundete und die notleidende Bevölkerung seines Landes kümmerte, erwarb er sich bei seinen Untertanen großes Ansehen.

Über sein Privatleben breitete der stets elegant auftretende Herrscher jedoch den Mantel des Schweigens.  Kaum jemand wusste wohl um die Sorgen und Ängste, die ihn jahrelang geplagt haben müssen. Adolf Friedrich VI. beging im Februar 1918 Selbstmord und wurde in Mirow als einziges Mitglied der großherzoglichen Familie außerhalb der Gruft bestattet. In den letzten 100 Jahren sind zahlreiche Mythen über sein Leben und Sterben entstanden, die ungeprüft weitererzählt und immer weiter ausgeschmückt wurden. Gleiches trifft auf seinen jüngeren Bruder Karl Borwin (1888-1908) zu, der plötzlich und unerwartet im Alter von 19 Jahren verstarb. Sandra Lembke wird sich in diesem Vortrag auch dieser Legenden annehmen und von aus Originaldokumenten gewonnenen eigenen Recherche-Ergebnissen berichten.