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Szene mit Roberta Invernizzi als Juno bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2018.
Fotos: Innsbrucker Festwochen/Rupert Larl

Über mehrere Generationen schlummerte sie im Archiv und wurde erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt: Johann Adolf Hasses „La Semele o sia La richiesta fatale“. Bei den diesjährigen zweiten Osterfestspielen Schloss Rheinsberg vom 9. bis zum 13. April (Strelitzius berichtete) ist die „Serenata“ des einstigen Starkomponisten Hasse erstmals wieder in Deutschland zu erleben.

Die fatale Dreiecksgeschichte um den Gott Jupiter und seine sterbliche Geliebte Semele, der die Eifersucht der betrogenen Gattin Juno zum Verhängnis wird, gestaltete Hasse in mitreißenden Gesangspartien, die das emotionale Spektrum der Figuren ausloten; so ist mit dieser klein besetzten Oper ein musikalisches Kleinod zu entdecken. Der italienische Musikforscher und Dirigent Claudio Osele, der das Werk im Archiv des Wiener Musikvereins entdeckte und zusammen mit dem Regisseur Georg Quander bei den Innsbrucker Festwochen 2018 erstmals wieder auf die Bühne brachte, hat auch in Rheinsberg die musikalische Leitung.

Im Unterschied zu Innsbruck, wo Jupiter mit einer Frau besetzt war, ist nun der unter anderem bei den Händel-Festspielen Halle gefeierte italienische Countertenor Filippo Mineccia zu erleben. In der Titelpartie debütiert die russische Sopranistin Nadya Meyer, Preisträgerin des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg, die 2018 die Besucher des Sommerfestivals als Ännchen bezauberte. Roberta Invernizzi, in Innsbruck gefeiert, singt abermals die Partie der Juno. Die Instrumentalparts musiziert Claudio Oseles historisch informiertes Ensemble Le Musiche Nove.

Mit den „Semele“-Aufführungen in Rheinsberg erklingt Hasses Musik an einem authentischen Aufführungsort: Johann Adolf Hasse (1699 – 1783) zählte zu den berühmtesten Komponisten seiner Epoche und wurde von dem kunstliebenden Kronprinzen Friedrich hoch geschätzt, der an seinem Rheinsberger Hof musikalische Aufführungen und Lustbarkeiten veranstaltete. An diese Idee des Musenhofs, den nach Friedrich dessen Bruder Prinz Heinrich weiterentwickelte, knüpfen die Osterfestspiele mit ihrem Programm aus Oper, Schauspiel, Konzert und Führungen an.

Unter dem Motto „Gefährliche Liebschaften“ sind außer Hasses „Semele“ auch „Kabale und Liebe“ in einer gefeierten Inszenierung von Jo Fabian (Staatstheater Cottbus) und eine literarisch-musikalische Matinée mit Texten von Choderlos de Laclos und Mozart-Arien zu erleben. Bei thematischen Schlossführungen und dem Osterspaziergang lässt sich dem Lebensgefühl des Rokoko nachspüren. Zur Einstimmung auf das Osterfest lädt die Aufführung von Haydns „Sieben letzte Wortes unseres Erlösers am Kreuz“ durch das renommierte Leipziger Reinhardt-Quartett, ergänzt um besinnliche Texte, die der Schauspieler Ulrich Noethen liest.

Exklusivpakete – das komplette Festspielprogramm oder auch drei Vorstellungen zu Vorzugspreisen – sind noch bis zum 29. Februar ausschließlich per Telefon oder Mail über das Ticketbüro der Musikkultur Rheinsberg gGmbH buchbar, Telefon: 033931 72117 (Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr)

www.osterfestspiele-schloss-rheinsberg.de

Tickets
Mail: tickets@musikkultur-rheinsberg.de
Telefon 033931 72117 (Montag bis Freitag 10 bis 15 Uhr)
Oder an der Tourist-Information Rheinsberg, Telefon 033931 34940

Szene mit Roberta Invernizzi (Juno), Francesca Aspromonte (Semele) und Sonia Prina (Jupiter) bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2018. In Rheinsberg feiert Nadya Meyer ihr Debüt als Semele und der Countertenor Filippo Mineccia wird als Jupiter zu erleben sein.