Schlagwörter

, , , , , ,

Foto: Joerg Metzner

Der Pauke kommt in dieser Woche im 4. Philharmonischen Konzert der Theater und Orchester GmbH mit der Neubrandenburger Philharmonie unter Sebastian Tewinkel eine besondere Bedeutung zu. Mit einem unerwarteten Paukenschlag, genau genommen einem Fortissimo des ganzen Orchesters, wollte Joseph Haydn sein Publikum überraschen: Wie sein Biograph Dies berichtet, ärgerte sich der Komponist darüber, dass „im zweiten Akt [der Konzerte] der Gott des Schlafs seine Flügel über die Versammlung ausgebreitet hielt. (…)“ Daher schrieb er eine Sinfonie, „in welcher er da, wo es am wenigsten erwartet wird, im Andante, das leiseste Piano mit dem Fortissimo im Kontrast brachte.“

Seine nach diesem besonderen Effekt benannte „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ verfehlte ihre Wirkung nicht. Ein „empfindsames Fräulein“ soll sogar in Ohnmacht gefallen sein. Bis zum heutigen Tag gehört die 1792 im Rahmen von Haydns erster London-Reise uraufgeführte Sinfonie zweifellos zu seinen bekanntesten und beliebtesten Schöpfungen.

Gepaukt wird auch in Dmitri Schostakowitschs 1. Violoncellokonzert. as Schlaginstrument fungiert hier quasi als Widerpart zum Solisten und erzeugt immer wieder Brüche im melodischen und rhythmischen Verlauf des Werkes. Dem Cellisten ergänzend zur Seite gestellt hat Schostakowitsch das Horn, das ebenfalls mit größeren solistischen Partien betraut ist. Gewidmet ist das 1959 entstandene Konzert Msistlaw Rostropowitsch, dem Freund und Schüler des Komponisten, der auch die Uraufführung bewerkstelligte. Der international renommierte Cellist und Hochschulprofessor Danjulo Ishizaka wird den Solopart bei der Neubrandenburger Philharmonie übernehmen.

Eröffnet wird der Konzertabend „Con brio“ – „mit Feuer“ bzw. „Schwung“. So nämlich ist die Konzertouvertüre von Jörg Widmann überschrieben, die sich auf musikalische Charakteristika aus Beethovens 7. und 8. Sinfonie bezieht. Die Partitur von „Con brio“ ist nicht nur hinsichtlich der Rhythmik und Dynamik sehr differenziert ausgearbeitet, sondern enthält auch sehr konkrete Angaben zur gewünschten Spieltechnik und Vortragsweise. So soll die Pauke mit dem Holzstiel auf den Spannreif geschlagen werden. Spezielle Klangeffekte erhofft sich Widmann u. a. von den Flöten, von denen er „70 Prozent Luft, 30 Prozent Ton (oder noch weniger) verlangt. Die am 25. September 2008 vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons Leitung aus der Taufe gehobene Ouvertüre erlebte bereits zahlreiche Reprisen im In- und Ausland.

Das 4. Philharmonische Konzert wird am morgigen Donnerstag um 10 Uhr und um 19.30 Uhr in der Neubrandenburger Konzertkirche gegeben. Am 2. Adventssonntag, den 8. Dezember, erklingt es um 18 Uhr im Großen Haus des Landestheaters Neustrelitz.