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Die Hanseatische Eisenbahn 2015 bei ihrem kurzen Gastspiel auf der Südbahnstrecke zwischen Parchim und Malchow. Foto: youtube

Landesregierung, die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim sowie das Eisenbahninfrastrukturunternehmen Regio Infra Nord-Ost haben sich nach intensiven Verhandlungen geeinigt, die Südbahnstrecken zwischen Parchim, Karow, Malchow und Waren nicht nur zu erhalten, sondern über ein Gesamtkonzept mit dem übrigen Verkehr noch besser zu verzahnen.

„Insbesondere in der Hauptsaison haben sich in den vergangenen Jahren die touristischen Verkehre aus Richtung Berlin sowie Hamburg in diese Region verstärkt. Deshalb werden jeweils in der Saison – von Herrentag bis Ende August und zusätzlich an den Osterfeiertagen – sonnabends und sonntags jeweils drei Zugpaare auf der Strecke unterwegs sein“, kündigte Landesverkehrsminister Christian Pegel heute an.

Südbahn fährt wieder von und nach Plau

Weiter führte der Minister aus: „Plau am See als ein touristisches Zentrum der Region wird wieder in den Bahnverkehr eingebunden, indem die Züge von Parchim nach Karow bis dorthin weiterfahren. Aus der anderen Richtung sollen die Züge von Malchow bis Karow verlängert werden. Busse und Rufbusse werden als Zubringer zu den Bahnhöfen eingesetzt, so dass die Fahrgäste vom Bahnhof auch zu ihrem Zielort in der Region kommen und zurück.“ Insgesamt solle durch eine bessere Vertaktung von Bus und Bahn jeder Anschluss sichergestellt werden.

In der Woche mehr Busse

„Die Stilllegung ist vom Tisch. Nicht nur Touristen, auch die Einheimischen werden von dem neuen Konzept profitieren“, sagte heute Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei, bei der Vorstellung des neuen Konzepts in Schwerin: „Vor allem für die Pendler werden die Fahrpläne der Buslinie 77 wochentags zwischen Parchim und Plau auf einen Stundentakt verdichtet.“

Die Landräte der beiden Landkreise, durch die die Südbahn fährt, zeigten sich zufrieden: „Ich finde es toll, dass die Buslinie 77, die als Ersatz für die Südbahn eingerichtet worden war, mit deren Sicherung nicht wieder gestrichen, sondern ausgebaut wird“, so Stefan Sternberg (Ludwigslust-Parchim). „Dass die Südbahn erhalten und die ganze Region besser angebunden wird, ist ein positives Signal für die, die hier wohnen und für die, die uns besuchen“, urteilte Heiko Kärger für die Mecklenburgische Seenplatte.

Das Konzept und seine Finanzierung sind zunächst bis 2027 gesichert. Bei einer ersten Evaluierung nach drei Jahren sollte sich eine Mindestauslastung der Sitze von 30 Prozent ergeben, in der folgenden ein weiterer Anstieg.

Investitionsbedarf von neun Millionen Euro

„Der Personenverkehr ist allerdings nur ein Aspekt. Es muss uns gelingen, auch den Güterverkehr auf der Strecke wieder zu beleben. So wie aktuell 15 Züge im Jahr reichen nicht aus“, sagte Christian Pegel. Dafür und auch für ein häufigeres Befahren mit Personenzügen müssten nach Auskunft der „Regio Infra Nordost“ – die jetzt die Stilllegungsanträge für die Südbahnstrecke zurückgezogen hat – 9,2 Millionen Euro in Bahnübergänge, Gleisbett und Schienen investiert werden. „Hier muss ich leider ein wenig Wasser in den Wein gießen“, räumte Christian Pegel ein und begründete: „Für gut fünf Millionen davon ist die Finanzierung noch unklar.“