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Bereits der dritte Vortrag im Rahmen der Reihe „Das Haus Mecklenburg-Strelitz und die Fürstengruft: von Regenten, Kavalieren und starken Frauen“ findet am kommenden Freitag, den 26. Juli, im 3 Königinnen Palais in Mirow statt. Beginn ist um 19 Uhr. Sandra Lembke widmet sich diesmal Carl, dem ersten Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, und seiner Familie. Für die Strelitzius-Leser gibt es wie gewohnt eine ausführliche Einführung.

Der Lieblingsbruder der britischen Königin Sophie Charlotte wurde 1741 in Mirow geboren und wuchs dort gemeinsam mit seinen fünf überlebenden Geschwistern auf. Da er noch einen älteren Bruder hatte – den später als „Dörchläuchting“ berühmt gewordenen Herzog Adolph Friedrich IV. – galt es als unwahrscheinlich, dass Carl jemals Regent werden könnte. Daher führte der Weg des jungen Prinzen schon früh zum Militär. Bereits als blutjunger Teenager bekleidete er einen Offiziersrang und stieg im Laufe der Jahre die militärische Karriereleiter immer weiter hinauf. Sein Schwager, der britische König George III., betraute ihn schließlich auch mit dem Amt des Gouverneurs von Hannover.

Im Rahmen seines Dienstes warteten vielfältige Aufgaben auf Carl, von allen Mirokesen-Kindern dürfte er die mit Abstand weiteste Reise angetreten haben. Im Sommer 1762 traf der Prinz nämlich in Portugal ein, um den dorthin entsandten Feldherrn Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe bei der Reorganisation der portugiesischen Armee zu unterstützen.

Liebesehe endet tragisch

Innerhalb der Familie wurde Carl aber bald die Aufgabe zugedacht, für den Fortbestand der Strelitzer Linie zu sorgen. Im September 1768 vermählte er sich mit Friederike von Hessen-Darmstadt. Eine Liebesehe, die jedoch tragisch endete. Die 29-jährige Friederike erkrankte im Mai 1782 zunächst schwer und brachte dann viel zu früh ihr zehntes Kind zur Welt. Die Ärzte konnten weder das Leben des Säuglings, noch das der Mutter retten. Der zutiefst erschütterte Carl blieb nun mit sechs Kindern zurück. Um den Kleinen wieder eine Mutter zu geben, trat er im Jahr 1784 mit Charlotte von Hessen-Darmstadt vor den Altar, der jüngeren Schwester seiner verstorbenen Ehefrau. Doch diesem Glück sollte nur eine kurze Dauer beschieden sein. Die knapp 30-jährige Charlotte verstarb im November 1785 ebenfalls nach der Geburt ihres Kindes. Der erneut verwitwete Carl sollte danach nie wieder heiraten, auch wenn ihm wohlmeinende Verwandte scheinbar geeignete Kandidatinnen vorschlugen.

Als im Juni 1794 der unvermählte und kinderlose Adolph Friedrich IV. verstarb, avancierte sein Bruder Carl zum regierenden Herzog von Mecklenburg-Strelitz. Er sollte als umsichtiger und fortschrittlicher Regent in die Geschichte eingehen, der nötige Reformen in Angriff nahm. Carl kümmerte sich unter anderem um die Verbesserung des Schulwesens. Ihm verdanken die Neustrelitzer die Stiftung einer Oberschule, die später ihm zu Ehren den Namen „Carolinum“ erhielt. Der Herzog wurde als fürsorglicher Landesvater vom Volk sehr geschätzt. Sein Ansehen wuchs noch weiter, als er beispielsweise einen großen Teil seines Tafelsilbers hergab, um ein Husarenregiment für den Kampf gegen Napoleon Bonaparte auszurüsten. Auf dem Wiener Kongress empfing Carl im Jahr 1815 dann eine Titelaufbesserung und wurde so zum ersten Großherzog von Mecklenburg-Strelitz.

Skandal um Friederike

Trotz dieser Erfolge blieb Carl dennoch nicht von weiteren Widrigkeiten und Schicksalsschlägen verschont. Im Jahr 1799 wurde er zunächst mit der übereilten zweiten Eheschließung seiner jüngsten Tochter Friederike konfrontiert, die zuvor im Witwenstand schwanger geworden war – in der damaligen Zeit ein Skandal, der durchaus den guten Ruf einer Familie ruinieren konnte.

Zudem hatte Carl im Sommer 1810 den Tod seiner Tochter Luise, der legendären Königin von Preußen, zu beklagen. Bis zum Jahr 1814 verlor er weiterhin fast alle seine Geschwister. Am Ende blieben nur noch der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz und seine Schwester Sophie Charlotte in England übrig – als letzte, hoch angesehene Vertreter der einst so verspotteten Mirokesen.

„Carls Name fällt heutzutage oftmals nur im Zusammenhang mit der Königin Luise und über seine Ehefrauen ist nur sehr wenig geschrieben worden. Mir ist es ein Anliegen, in diesem Vortrag insbesondere auch die Lebenswege der beiden Prinzessinnen von Hessen-Darmstadt etwas näher zu beleuchten“, so Sandra Lembke. „Friederike und Charlotte waren mit einigen Größen ihrer Zeit bekannt. Charlotte war beispielsweise eng mit einer Königin befreundet, welche regen Anteil an ihrem Leben und an ihrer Eheschließung nahm und der Prinzessin auch über deren Tod hinaus verbunden blieb. Mehr wird an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten…“

Kleine Vorab-Info: im August findet kein Vortrag statt! Am 27. September geht es dann in der Reihe weiter. Dann stellt Sandra Lembke zwei weitere Angehörige des Hauses Hessen-Darmstadt vor, die ihre letzte Ruhe in der Mirower Fürstengruft gefunden haben: die als Großmutter der Königin Luise bekannte „Prinzessin George“ sowie den Prinzen Georg Karl, ihres Zeichens Schwiegermutter bzw. Schwager des Großherzogs Carl von Mecklenburg-Strelitz.