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Brigitte Reimann (1933 bis 1973).

Unter dem Titel „Post vom schwarzen Schaf“ werden am kommenden Freitag um 20 Uhr Geschwisterbriefe Brigitte Reimanns zwischen 1960 und 1972 von der Mitherausgeberin Heide Hampel gelesen. Brigitte Reimann wollte immer über ihre Geschwister schreiben. Deren Konflikte, Reibungen, Energie schienen ihr symptomatisch für die junge Generation, die sich in den 1960-er Jahren aufmachte, ihre Ideale umzusetzen.

Weil damals kaum jemand ein Telefon hatte, gingen Briefe zwischen Rostock, Hoyerswerda und Hamburg hin und her: Ermutigungen, Beichten, „Weiberkram“. Besonders mit Lutz, der in den Westen geflohen war, stritt Brigitte Reimann erbittert über Politik. Am Ende ihres Lebens mit nur 39 Jahren, als sie sich ironisch als „schwarzes Schaf“ der Familie sah – kinderlos, krebskrank, der Roman unvollendet –, waren es die Geschwister, die ihr Mut machten.

Nun fügen sich die unzähligen Briefe der Brüder und Schwestern zu einem deutsch-deutschen Familienroman, in dessen Zentrum eine außergewöhnliche Schriftstellerin steht.

Seit Brigitte Reimann die Erzählung „Ankunft im Alltag“ veröffentlichte, gehörte sie zu den wichtigsten Autorinnen der DDR. Ohne ihren großen Roman „Franziska Linkerhand“ beenden zu können, starb sie. Ihre Wiederentdeckung begann mit dem Erscheinen der Tagebücher.

Heide Hampel war langjährige Leiterin des Literaturzentrums Neubrandenburg mit dem Brigitte-Reimann-Archiv und ist Herausgeberin von Büchern über Hans Fallada und Brigitte Reimann. Im Scheunensaal des Hans-Fallada-Museums ist, passend zum Thema des Abends, die neue Sonderausstellung „Brigitte Reimann – Leben und Werk einer Schriftstellerin (1933–1973)“ zu sehen.

Kartenreservierungen unter 039831/20359, museum@fallada.de und direkt an der Museumskasse.