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Vater Klaus Gysi mit Sohn Andreas.

Andreas Goldsteins neuer Film „Der Funktionär“, der auf dem letzten Internationalen Dokumentarfilmfestival in Leipzig uraufgeführt wurde und dort viel Beachtung fand, wird nun im Kino in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz gezeigt, und zwar am 9. Mai um 19.30 Uhr. Der Regisseur ist anwesend!

Das Hauptaugenmerk des Films liegt auf dem Vater des Regisseurs, dem ehemaligen DDR-Kulturminister Klaus Gysi (1912 -1999) und dessen lebenslangem Versuch, eine Gesellschaftsordnung zu gründen, in der „Geist und Macht voll übereinstimmen“. Klaus Gysi war SED-Parteikommunist und bekleidete in der DDR viele Ämter: Präsidiumsmitglied des Kulturbundes, Verlagsleiter, Kultusminister, Botschafter, Staatssekretär für Kirchenfragen. Es ist ein sehr persönlicher Film über einen Mann, den der Regisseur als Junge nur in Momentaufnahmen erlebt hat und der auch noch für den erwachsenen Sohn voller Widersprüche bleibt. Sein Film ist ein autobiographischer Essay mit einer Fülle von Fotos, Archivmaterial aus dem DDR-Fernsehen und Aufnahmen aus Ostberlin.

Der Film erzählt nicht nur eine private Geschichte, sondern zielt auch auf eine neue Betrachtung des Staates, aus dem der Regisseur selbst stammt. „30 Jahre nach der Wende ist es sicher Zeit, sich zu erinnern und in eine Auseinandersetzung mit der eignen Geschichte einzutreten“, so Horst Conradt, Chef in der Alten Kachelofenfabrik. Und weiter: „Wir wünschen uns für diesen Abend ein diskussionsfreudiges Publikum.“