Ab heute kann hier die mittlerweile 14. Ausgabe der „Dorfzeitung – Heimatkundliches Jahrbuch des Klein Vielen e.V.“ gelesen werden. Auch im neuen Heft gibt es wieder Geschichte(n) aus der Gegend zwischen Lieps und Havelquelle. So geht es um einen seinerzeit Aufsehen erregenden Kriminalfall, der sich 1878 angeblich im damaligen Gutsdorf Adamsdorf ereignete. Hatte ein wildgewordener bewaffneter Haufen Adamsdorf überfallen?
Die Neustrelitzer Heimatforscherin Annalise Wagner veröffentlichte bereits 1972 in der von ihr begründeten Schriftenreihe des Karbe-Wagner-Archivs den Zeitzeugenbericht eines Adamsdorfer Bauern über den Vorfall. Dieser Bericht war im Jahre 1925 vom Neustrelitzer Archivar Walter Karbe aufgezeichnet worden. Im neuen Heft der Dorfzeitung wird der ganze Fall, den es tatsächlich gab, nun aufgrund archivalischer Quellen detailliert nachgezeichnet, und es werden dabei die maßgeblichen Akteure vorgestellt.
Die langjährige Lehrerin und Peckateler Ortschronistin Gisela Krull beschreibt die Freiheitsbestrebungen mecklenburgischer Landarbeiter in der hiesigen Gegend während der bürgerlichen Revolution 1848/49. Und in einem weiteren Beitrag geht es um den mühsamen Weg zur Abschaffung der Prügelstrafe im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Zudem wird dem interessanten Lebensweg des Schriftstellers Hermann Jahn (1857-1933), eines Sohnes des Klein Vielener Gutsbesitzers und Bauherrn der „Jahn-Kapelle“ Eduard Jahn (1816-1890) und seiner 2. Frau Emma (1828-1906), nachgegangen.
Erinnerungen von Roland Kiel noch einmal abgedruckt
Von 1978 bis 1994 war Roland Kiel (1939-2014) Bürgermeister von Kratzeburg. Über seine Tätigkeit in ereignisreichen Jahren hatte er 2006 in der Schrift zur 750-Jahr-Feier Kratzeburgs berichtet. Da seine Erinnerungen damals nur wenigen Menschen außerhalb Kratzeburgs bekannt geworden sein dürften, werden sie nun noch einmal abgedruckt. Ein weiterer Beitrag widmet sich der wichtigen Tätigkeit eines ehrenamtlichen Vogelberingers, der seit vielen Jahren Greifvögel beringt, unter anderem in der Kirche in Peckatel.
Wohlbekannt dürfte die Stele sein, die am Südufer des Mühlensees bei Ankershagen auf die vermeintliche Quelle hinweist, der die Havel entspringt. Dr. Sven Müller geht umfassend der Frage nach, ob sich dort tatsächlich die Quelle der Havel befindet. Denn bis heute ist der genaue Standort dieser Quelle umstritten – man muss nun wohl sagen war, denn der Autor, der lateinischen Sprache mächtig, hat insbesondere die urkundlichen Quellen, die darüber Auskunft geben, noch einmal studiert und kommt zu einem eindeutigen Befund.
Weitere Beiträge drehen sich um eine lobenswerte Initiative eines Jagdfreundes aus Peckatel zur Rettung von Rehkitzen vor dem Heumahd-Tod, um die Jubiläumsfeier der „Naturschule“ in Peckatel und um die Arbeit des Klein Vielen e. V. im abgelaufenen Jahr.