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Wer hätte das gedacht! Die Holde und meine Wenigkeit gehören nun zu den Flusskreuzfahrern. Wobei die Betonung auf Fluss liegt, der Aida-Gemeinde werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr beitreten. Eine Woche lang waren wir auf Einladung von GR Reisen Neustrelitz mit der niederländischen MS „Princess“ auf Havel, Oder, Peene und Ostsee unterwegs und verbuchen das als ganz wunderbare Erfahrung. Entspannter kann man sich Urlaub kaum vorstellen. Dabei waren wir eigentlich nur um die Ecke. Aber die sieht wasserseitig eben ganz anders aus.

Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Und das beziehen wir nicht nur auf die Tour von Berlin nach Stralsund über Schwedt, Szczecin, Wolgast, Peenemünde und Lauterbach auf Rügen. Es ist auch gut zu wissen, dass wir hier bei uns in Mecklenburg-Strelitz einen erfahrenen Reiseveranstalter haben, der ganz besondere Angebote unterbreitet und sich darüber hinaus auch noch lokal engagiert, darunter als Sponsor bei der TSG Neustrelitz.

Christa und Hartwig Grählert.

Für das Neustrelitzer Unternehmen und GR-Reiseleiterin Jenny Panter war die Route übrigens gleichfalls eine Premiere. Mit uns an Bord waren Christa und Hartwig Grählert, die beim Gewinnspiel von GR Reisen Neustrelitz und Strelitzius das Glück auf ihrer Seite gehabt hatten. Beide Mirower waren nicht minder angetan von der Woche auf dem Schiff und bedanken sich auf diesem Weg noch einmal bei den honorigen Experten für Individual- und Gruppenreisen. Wir hatten gemeinsam jede Menge Spaß zwischen urgemütlichem Salon, einladendem Restaurant und Sonnendeck bei rekordverdächtigem Oktober-Wetter.

Zehn Mal schöner als auf dem Rhein

„Die Strecke ist zehn Mal schöner, als über den Rhein zu schippern“, hat mir die erst 21-jährige holländische Kapitänin und Naturliebhaberin Angela Beuker verraten. In ihrem je nach Brückenhöhe absenkbaren Steuerhaus war ich jederzeit willkommen. Ich habe viel Wissenswertes erfahren, während die angejahrte „Princess“ (Baujahr 1981), aber von modernen Motoren angetrieben, fast lautlos durch die abwechslungsreichen, weitgehend unberührt wirkenden Flusslandschaften glitt und wir nach Fischadlern Ausschau hielten. Spätestens, als die junge Frau mitten in der Ostsee vor Rügen ihr 80 Meter langes, sehr gepflegtes Schiff auf den Zentimeter genau zwischen zwei Untiefen ausrichtete, habe ich mich innerlich tief vor der Jugend verneigt. Allzeit gute Fahrt!

Meine Leser wissen, dass ich es gastronomisch immer sehr genau nehme. Was da aus der Kombüse gekommen ist, setzte schon Maßstäbe. Immerhin schreibe ich hier von je 26 Vorspeisen, Suppen, Hauptgängen und Desserts, die sich nicht wiederholt haben und optisch wie geschmacklich ausnahmslos auf sehr gutes Handwerk hinausliefen. Das muss man erstmal hinbekommen, alles lief von Koch bis Kellner wie am Schnürchen. Neben den warmen Mahlzeiten Mittags und am Abend ist auch das Frühstücksbuffet zu loben gewesen. Dann noch Torte zur Kaffeezeit, ein später Snack und letztlich Schokolade auf dem Kopfkissen mit besten Grüßen vom zwei Mal täglich die 49 Kabinen aufräumenden Personal. Die Kalorien muss man erst mal wieder abarbeiten.

Stralsund, wir kommen wieder

Neben vielen Treppenläufen im Schiff und Runden an Deck boten dazu die täglichen Landgänge mit ihren vielen Entdeckungen, Stadtführungen durch das bei Tag und bei Nacht bezaubernde Szczecin und die attraktive Hanseschwester Stralsund sowie Ausflüge auf Usedom und Rügen Gelegenheit. Stralsund, du Schöne voller Leben, wir kommen bald wieder. Lauterbach hatte ich bisher im Vogtland verortet, eine echte Überraschung die Namensvetterin auf Deutschlands größter Insel.

Das traumhaft illuminierte Schwedt voller Kunstwerke im öffentlichen Raum hat uns gefallen. Wolgast ist auch nicht wiederzuerkennen, hat sich mächtig gemausert. Wir waren noch gar nicht in Berlin gestartet, da hatte uns bereits die Umgebung des Tegeler Sees begeistert.

Und einen Tanzabend mit extra aus den Niederlanden im Wohnmobil angereister Band gab es zur Halbzeit auch noch. Inzwischen zeigt die Waage wieder die Werte vor dem Einschiffen an, aber da war noch einiges nachzuarbeiten.

Deutsche Ingenieurkunst lässt grüßen

Vom Lachen soll man ja auch abnehmen, wobei es ein eher trauriges war. Das neue Schiffshebewerk Niederfinow musste wenige Tage nach der Einweihung Anfang Oktober diesen Jahres durch Bundesminister Volker Wissing Havarie anmelden. An der Beseitigung der Macken am „Jahrhundertbauwerk“ – 14 Jahre Bauzeit, 520 Millionen Euro Baukosten – wird immer noch gearbeitet. Die „Princess“ ist zuverlässig mit dem alten Fahrstuhl aus dem Jahr 1934 über 36 Meter in die Tiefe befördert worden. Der steht auf jeden Fall noch für deutsche Ingenieurskunst. Den Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen.

Würden wir wieder flusskreuzfahren? Unbedingt. Wieder mit GR Reisen Neustrelitz? Auf jeden Fall. Der neue Katalog liegt vor, ich hänge ihn unten noch einmal an. Mit Amsterdam und Strasbourg finden sich darin weitere Flusskreuzfahrtziele. Aber auch unsere Tour ist wieder im Angebot:

https://www.gr-reisen.de/reise.php?mx=1&rid=-176710
https://www.gr-reisen.de/reise.php?mx=1&rid=-180028

Wen es mehr in die Ferne zieht, der ist nicht minder gut bedient. Für Frühbucher gibt es noch bis zum 30. November unter dem Kennwort STRELITZIUS 10 zehn Prozent Rabatt, TSG-Mitgliedern winkt ebenfalls ein Preisabschlag.

Über diesen Link kann man den neuen Katalog 2023 downloaden:
https://www.gr-reisen.de/images/GRFK_2023_web.pdf

Schiffshebewerk Niederfinow: 36 Meter in die Tiefe.
Zauberhaftes Szczecin
Die Peene-Brücke in Wolgast