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Torgelows Abwehr zu überwinden, erwies sich lange als fast unmöglich.

Unsere Oberligisten der TSG Neustrelitz haben heute Nachmittag im heimischen Parkstadion das Achtelfinale des Fußball-Landespokals erreicht. In einem kampfbetonten Spiel besiegte die Elf von Coach Maximilan Dentz den Torgelower FC Greif mit 3:1 (0:0) nach Verlängerung.

Die schnell konternden Gäste, die immer wieder von Fehlpässen begünstigt wurden, waren in der 57. Minute durch Jakub Jan Klimko, unhaltbar für den heute das TSG-Tor hütenden Nicolas Jesus Delpino, per Flachschuss in die Ecke nach mustergültiger Vorlage mehr als verdient in Führung gegangen. In der 66. Minute besorgte TSG-Kapitän Kevin Riechert den Ausgleich mit dem Kopf nach Flanke von Marcus Niemitz, der schon kurz zuvor mit einem beherzten Volleyschuss den Torgelower Keeper geprüft hatte. In der Verlängerung sorgten dann Tom Kliefoth im bewährten Zusammenspiel mit dem eingewechselten Justin Schultze und nach dem letzten Seitenwechsel der ebenfalls eingewechselte Dustin Keil per Kopf nach einer von Niemitz getretenen Ecke für den Endstand.

Zwei Torschützen: Kapitän Kevin Riechert (links) und Tom Kliefoth.

Die Leute, die zur Halbzeit gesagt hatten, es kann nur besser werden, haben Recht behalten. Was die TSG Neustrelitz bis zum Seitenwechsel und auch noch darüber hinaus abgeliefert hat, war unterirdisch. Es grenzte an ein Wunder, dass die Gastgeber nicht schon vor dem Pausenpfiff in Rückstand geraten sind, die sich nicht eine Torchance erarbeiten konnten. Wie sie in die Kabine gingen, so kamen sie auch wieder heraus. Erst der Rückstand wirkte wie ein Weckruf.

Die Rote Karte gegen einen Torgelower nach tätlichem Angriff gegen Tom Kliefoth in der 72. Minute hatte allerdings kaum Auswirkungen. Den Greif-Kickern zur Ehre gereicht, dass sie auch in Unterzahl bis zum Abpfiff gefährlich blieben. Vor allem deren Nummer 19 Ndubuisi Emmanuel Okoye war kaum zu halten. Mehrere Glanzparaden vom Neustrelitzer Schlussmann standen dem entgegen, wobei auch der nicht restlos überzeugte. Die TSG hingegen mit seltener Effizienz: Aus vier Chancen machte sie drei Treffer.

Gute Besserung für Tom Kliefoth, der verletzt vom Platz musste.

Vor der Verlängerung hatte es noch eine lautstarke Ansage von Maximilan Dentz für seine Kicker gegeben. Die scheint endgütig Wirkung gezeigt zu haben. Druckvoll wurde nun endlich die Ernte eingefahren. Zum Glück zählen beim Fußball die Tore, insofern erübrigt sich die noch auf dem Parkplatz am Dtadion diskutierte Frage nach der besseren Mannschaft des Tages. Auf jeden Fall: dickes Kompliment an die Gäste-Mannschaft.

Kurz vor dem Ende verletzte sich Tom Kliefoth nach wiederholter Attacke und musste vom Platz geführt werden. Strelitzius drückt die Daumen, dass die Sache glimpflich ausgeht. Immerhin, nach Abpfiff humpelte der sympathische Torjäger wieder auf den Rasen.

Standpauke von Maximilan Dentz vor der Verlängerung.

„Es war eine schwere Geburt“, so Maximilan Dentz nach dem Match gegenüber Strelitzius. „Wir wussten schon vorher, dass die Chance zum Sieg fifty-fifty stehen wird. Letztlich hat sich unser unbedingter Wille zum Sieg durchgesetzt. Wir haben den Erfolg verdient. Auch wenn wir momentan euphorisch sind, sollten wir den Ball flach halten. Wir haben aus Fehlern gelernt, aber längst nicht aus allen“, so mein Blogpartner durchaus kritisch.

TSG-Vizepräsident Nico Manke hat diesmal das letzte Wort bei mir erhalten. „Die Jungs haben endlich Eier bewiesen. Sie haben bis zum Umfallen gekämpft und ihre wenigen Chancen genutzt. Oft genug haben sie viele Möglichkeiten, die sie einfach liegenlassen. Spannend war die Partie allemal. Letztlich hat sich unsere Mannschaft belohnt, auch wenn sie nicht gerade super gespielt hat.“

Am kommenden Sonntag hat die TSG Neustrelitz wieder im Punktspielbetrieb anzutreten. In der Oberliga Nord empfangen die Residenzstadtkicker um 13.30 Uhr im Parkstadion Eintracht Mahlsdorf.

Dustin Keil (rechts) steigt hoch und macht das entscheidende 3:1.