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Kommentar

Am morgigen Sonntag gegen 19 Uhr steht hoffentlich fest, wer neuer Bürgermeister in Neustrelitz wird. Was natürlich auch der alte sein kann, schließlich stellt sich der Amtsinhaber zum dritten Mal dem Votum der Bürger. Aber, da wird schon ernstzunehmend am Thron gekratzt, schaut man sich die Herausforderer an. Nicht unwahrscheinlich ist, dass es zu einem Stechen kommt.

Im Corona-Jahr 2021 ist die übliche Wahlankündigung am Tag vor dem Urnengang eine besondere, weil viele Neustrelitzer bereits die angeratene Briefwahl im Kulturquartier genutzt haben dürften Die Würfel könnten längst gefallen sein, aber wer weiß denn so was! Allen übrigen wünsche ich natürlich morgen die richtige Entscheidung. Ehrlich: Auch für mich ist so ein Wahltag und der Gang zur Urne immer noch etwas Besonderes. Passiert ja nicht so häufig.

Mich haben Meinungsäußerungen erreicht, in denen Wahlen im Pandemie-Jahr als unglücklich angesehen werden. Und die besorgten Mitmenschen meinen nicht die Hygieneprobleme, sondern eine Gesellschaft, die vom politischen Umgang mit der Seuche zutiefst gespalten ist, Frust schiebt. Das könne sich auch auf das Wahlverhalten der Abstimmenden im kommunalen Bereich auswirken, wurde mir zugetragen. Da zitiere ich mal einen der vier Kandidierenden: „So wählt Neustrelitz nicht.“ Allerdings hat es in den vergangenen Wochen in den sozialen Netzwerken schon sehr heftige Kommentare zu Bürgermeisterkandidaten gegeben, und ich habe volles Verständnis dafür, wenn Administratoren unter diesem Eindruck die Notbremse gezogen haben.

Ich wurde als Wesenberger auch gefragt, wen ich denn gern künftig im Rathaus am Neustrelitzer Markt sehen möchte. Das wird hier nicht zu lesen sein. Natürlich hat man auch als Nachbar so seine Vorstellungen. Eine gegen Null gehende Leserzahl hat mir vorgeworfen, im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl einseitig zu berichten. Ich habe noch mal alle meine Analysemodule bemüht, vielleicht habe ich ja im Mathe-Unterricht nicht aufgepasst, und muss dann doch korrigieren: Wenn, dann ist von dreiseitig zu reden. Was die vierte Seite angeht, so war sie wohl nicht interessiert. Ich zumindest habe mich auf Voranfrage von dort bereitwillig geäußert. Der Rest von gegenüber war Schweigen. Und da bin ich dann nicht weniger eigen.

Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich dazu beigetragen, die Wahlbewerber zu Wort kommen zu lassen und damit zu unterstützen. Nun hoffe ich auf eine hohe Wahlbeteiligung und einen guten Ausgang für die Residenzstadt. Zwischen 24 Uhr heute und dem Ende der Auszählung morgen kann sich hier nach guter journalistischer Sitte keiner der vier Anwärter mehr äußern. Wie die Wahl ausgegangen ist, wird am Sonntagabend zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Blog zu erfahren sein:

www.strelitzius.com.