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Ein Weihnachtsbaum ohne Netz, noch dazu von der Plantagennorm in Umfang, Größe und damit Gewicht abweichend, kann einen vor Probleme stellen. Dabei stand das schöne Stück nur 200 Meter Luftlinie entfernt im Außenrevier einer lieben Nachbarin, und alles deutete auf Heimvorteil hin. Steckdose für die Motorsäge allerdings Fehlanzeige, und so musste der über die Jahrzehnte abgestumpfte Fuchsschwanz aus dem Keller ran. Ach ja, die Jahrzehnte sind auch am Säger nicht spurlos vorbeigegangen!

Letztlich lag er auf der Seite, also der Baum, und hätte selbst zwei ausgewachsenen Kerlen beim Tragen alles abverlangt. Ich hatte ja nur meine Holde dabei, die in den untersten Gewichtsklassen zwischen Fliegen und Feder antritt, ergo war ein Transportmittel zu beschaffen. Wieder nach Hause, Auto geholt. Das ist zwar eines der größten seiner Kategorie, und rein hätten wir den ausladenden Weihnachtsgast ja auch bekommen, aber nie wieder raus. Ein Personen-Kraft-Wagen ist eben kein Personen-Last-Wagen.

Auto wieder auf den heimischen Hof gestellt, Fußmarsch zurück zum Fällort. Am Ende wurde das kapitale Gewächs auf eine Schubkarre verladen. Der Schieber war vor lauter Ladung nicht mehr zu sehen, und so rollte da ein wie von Geisterhand bewegter Weihnachtsbaum über die Kreisstraße zwischen Klein Quassow und Wesenberg. Entgegenkommende Fahrer nebst Passagieren kamen erst aus dem Staunen und beim Blick zurück aus dem Lachen nicht heraus. Natürlich musste das geliehene Einrad dann wieder zurück. Diesmal reichte der Laderaum unseres Pkw aus.

Nun steht das auf Raumhöhenmaß gekürzte Prachtexemplar, also die Tanne, zu unserem Entzücken festlich geschmückt in der Stube und schlägt natürlich alle Vorgänger aus dem Rennen. Wir wollen ja nicht angeben, aber nach mehreren Stellproben kommen wir sogar noch mühelos an ihr vorbei. Die Ente schmurgelt im niedrigtemperierten Ofen (Strelitzius berichtete) vor sich hin. Grünkohl und Kloßmasse, die Letztere mangels Angebot erstmals aus Sachsen-Anhalt und nicht aus Thüringen, warten auf das Finale in der Küche. Beide Bundesländer trennen Kloßwelten, wenn das man gut geht… Weihnachten kann jedenfalls kommen!