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Zwei Dreier in zwei Spielen, mehr kann man nicht erwarten.

Im „Hochsicherheitstrakt“ Strelitzhalle haben unsere Volleyballer vom PSV Neustrelitz heute Abend ihr zweites Spiel in der 2. Bundesliga gegen den VV Humann Essen mit 3:1 (20:25, 25:22, 25:23, 25:16) gewonnen und nehmen nunmehr punktgleich mit den vor ihnen rangierenden Teams aus Kiel (1.) und Lindow-Gransee (2.) den 3. Tabellenplatz ein.

Weniger Fans, aber tolle Stimmung in der Halle.

Die gut 200 Zuschauer, mehr lassen die Auflagen momentan zusätzlich zu Spielern, Funktionsteam und Presse nicht zu, sorgten für eine begeisternde Heimkulisse und ließen vergessen, dass hier sonst bis zu 500 Fans ihre Mannschaft anfeuern. Nach mir vorliegenden Informationen ist die Erweiterung des Limits um immerhin 50 Personen möglich, wenn die Auflagen erfüllt werden. Ich will dem heute anwesenden Suvervisor nicht vorgreifen, aber akribischer als der PSV kann man sein Hygienekonzept nicht umsetzen.

Tom Orzelski wurde ausgezeichnet. Der Junge ist eine Bank für den PSV.

Der 1. Satz begann aus Sicht der nervösen Hausherren alles andere als planmäßig. Sie lagen schnell 0:4 zurück und die routinierter aufspielenden Gäste aus dem Ruhrpott verteidigten ihre Führung bis zum Schluss. Mitte des zweiten Satzes ging unsere Mannschaft zum ersten Mal in Front, verspielte zwischenzeitlich einen Vier-Punkte-Vorsprung, am Ende saß aber der zweite Satzball. Im 3. Satz gab es bis zum 14:14 ein Kopf-an-Kopf-Rennen, schließlich erarbeiteten sich die Gäste einen Vorsprung, aber der PSV kämpfte sich wieder heran und am Gegner vorbei. Bereits da zeigte sich, dass Tom Orzelski mit seinen gewaltigen Aufschlägen und Angriffsbällen heute das Zünglein an der Waage sein würde.

Im vierten Satz sind die Essener wieder schnell in Führung gegangen und haben die Jungs von Coach Mewes Goertz mit starken Blocks zermürbt. Mitte des Durchgans haben sich die Neustrelitzer aber darauf eingestellt und wieder ist es Orzelski, der den Satz kippt. Plötzlich klappt alles, der PSV spielt wie im Rausch, den Gegner förmlich an die Wand, und sichert sich die drei Punkte.

Das Trainergespann Dirk Heß und Mewes Goertz (von rechts) blieb angesichts der Leistung der Mannschaft cool.

„Es ist uns gelungen, nach dem ersten Satz gegen die stark aufschlagenden Essener unsere Annahme zu stabilisieren. Letztlich war es aber die mannschaftliche Geschlossenheit mit einem Tom Orzelski als i-Tüpfelchen, die uns den Sieg beschert hat“, so Mewes Goertz nach der Begegnung gegenüber Strelitzius. „Eine tolle Leistung, die wir auch noch zu Hause abrufen konnten.“ Ob der PSV nach zwei Dreiern in der 2. Bundesliga angekommen ist? „Frühestens zu Weihnachten, wenn wir dann hoffentlich mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben“, bremst der Coach. „Ich bin auf jeden Fall stolz auf die Jungs, aber es gibt nichts, was nicht noch besser geht.“ Er finde das Team „supersympathisch“, und angesichts der breiten Bank werde auch jeder seinen Einsatz bekommen. Saisonziel? Nicht absteigen, ein Mittelfeldplatz, und optimal wäre ein Platz unter den Top 6.

Tom Orzelski ist natürlich als bester Spieler beim PSV ausgezeichnet worden. Prominente Gäste des Abends waren Innen- und Sportminister Lorenz Caffier sowie seine Gattin. „Ich freue mich als Neustrelitzer wie als Mecklenburger natürlich total über den Erfolg des PSV. Und besonders beeindruckt hat mich die tolle Stimmung in der Halle“, sagte mir der Politiker.

Leider muss ich noch mal in der Wunde rühren. Auch bei Aufstockung des Zuschauerkontingents wird es zunächst bei Heimspielen unserer Volleyballer keine Karten an der Abendkasse geben. Wie ich vom PSV erfahren habe, gibt es inzwischen eine zuerst zu berücksichtigende Warteliste bei den Jahreskarten. Am kommenden Sonnabend treten die PSV-Volleyballer in der 2. Bundesliga Nord beim USC Braunschweig an.

Maximilian Auste bei einem erfolgreichen Angriff. Der 2,06 Meter große Spieler hat sicherlich noch mehr drauf, als heute gezeigt.
Der Block des PSV Neustrelitz hatte sich ab Durchgang 2 auf die Essener eingestellt.
Paul Sprung versenkt einen Angriffsball im gegnerischen Block.