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Architektur, Bauen, Denkmalschutz, Kommunales, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz

Die Auseinandersetzung um die Überreste des Residenzschlosses, hier eine Ansicht kurz vor Kriegsende, ist längst auch eine Frage der Demokratie geworden. Foto: Dr. Katrin Bosch
Die Neustrelitzer Stadtvertretung hat sich am Donnerstagabend so gut wie einmütig gegen die Landespläne ausgesprochen, die Keller des ehemaligen Neustrelitzer Residenzschlosses zu verfüllen. Stattdessen wird vom Land als Eigentümer gefordert, die Keller zu beräumen und sie damit für eine eventuelle spätere Nutzung offen zu halten. Strelitzius hatte im Vorfeld bereits die Beschlussvorlage veröffentlicht, die von der CDU-Fraktion eingebracht wurde und von allen Fraktionen mitgetragen wird. Von 29 Stadtvertretern waren 19 anwesend, 18 stimmten für das Papier, es gab eine Gegenstimme.
Für die größte Überraschung des Abends sorgte Bürgermeister Andreas Grund, der sich plötzlich voll hinter die Vorlage stellte. Bekanntlich hatte er Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) Ende vergangenen Jahres grünes Licht für die Pläne Schwerins gegeben. Auf seinen Brief berufen sich die Verantwortlichen in Schwerin jetzt. Mehr noch, der Bürgermeister griff die Landesregierung diesmal sogar verbal an und warf ihr unredliches Verhalten vor. Keine Überraschung war hingegen, dass der SPD-Abgeordnete Michael Körner gegen die Vorlage stimmte. Ihm wird eine besondere Nähe zu Brodkorb nachgesagt. Wie Körner sein Votum mit seiner Funktion als Vorsitzender der Stiftung Kulturgut Mecklenburg-Strelitz in Übereinstimmung bringt, wird er sicherlich am besten wissen.
Ernst-August von der Wense von der CDU-Fraktion hatte die Vorlage begründet und ebenfalls eine scharfe Attacke gegen Schwerin geritten. Er bescheinigte dem Finanzminister unter anderem, „auf dem demokratischen Ohr taub“ zu sein. Die Ausführungen des Abgeordneten hänge ich hier an.



