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Acht Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Körperverletzungsdelikte und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz – unter anderem Mitführen eines Sägeblattes, eines Messers, Vermummung und Sitzblockade – stehen im Ergebnis der Demonstrationen zum 8. Mai in Anklam zu Buche. Hinzu kommen die Beschädigung eines Polizeifahrzeuges und Grafitti-Schmierereien im Stadtgebiet, wie die Polizei am Morgen mitteilte. Insgesamt waren drei Aufzüge mit Kundgebungen und fünf Mahnwachen angemeldet worden.

Der sogenannte „Gedenkmarsch“ der Neonazis mit rund 200 Teilnehmern hatte mit Verzögerung gegen 19.50 Uhr begonnen. Dem stellten sich rund 550 Demonstranten entgegen, die unter anderem aus Hamburg, Berlin, Lübeck, Rostock, Neubrandenburg, Stralsund und Greifswald mit Bussen angereist waren. Sie forderten unter anderem, dass die NPD nicht wieder in den Landtag einzieht. Insgesamt befanden sich über 700 Einsatzkräfte der Landespolizei M-V, der Landespolizeien Brandenburg sowie Niedersachsen und der Bundespolizei im Einsatz. Nach Angaben der Polizei musste beim Versuch von Gegendemonstranten, Absperrungen zu durchbrechen, vereinzelt  von Reizgas und Schlagstock Gebrauch gemacht werden. Im Bereich des Luisentors hat ein Mann eine Polizistin angegriffen, er wurde in Gewahrsam genommen. Die Beamtin blieb unverletzt.

Bereits im Vorfeld hatte die Polizei mit dem Verteilen von Flyern im
Stadtgebiet von Demmin und der Kommunikation in den sozialen Medien
an die Bürger appelliert, sich von jeder Form der Gewalt zu distanzieren und das Recht auf freie Meinungsäußerung friedlich in Anspruch zu nehmen (Strelitzius berichtete). „Abschließend konnte festgestellt werden, dass der Großteil der Versammlungsteilnehmer seinen Protest friedlich zum Ausdruck gebracht hat“, so das Fazit der Polizei. „Das Ziel, die Versammlungsfreiheit der einzelnen Teilnehmer zu gewährleisten, konnte erreicht werden.“