Die Stummfilmreihe mit Live-Musikbegleitung geht auch dieses Jahr im Kino in der Alten Kachelofenfabrik weiter. Am kommenden Sonnabend, den 18. Januar, um 19.30 Uhr, wird der Film „Nanuk der Eskimo“ gezeigt, USA 1921 in der Regie von Robert J. Flaherty. Es handelt sich bei dem Film um einen der bedeutendsten Dokumentarfilme der Stummfilmära. Der US-amerikanische Regisseur Flaherty verbrachte mehrere Monate in der Arktis, um den Ureinwohner Nanuk und seine Familie bei den alltäglichen Verrichtungen mit der Kamera zu beobachten. Dokumentiert wird das alltägliche Leben und die Arbeit, wie Robben- und Walrossjagd, Fischfang, Iglubau, Fellhandel, Pflege der Kinder und Betreuung der Schlittenhunde.
Am Mittwoch, den 4. Dezember, zeigt das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz um 16 Uhr, im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Mecklenburg-Strelitz und die koloniale Vergangenheit“ den Dokumentarfilm „The Great Green Wall“ (2019). In seinem faszinierenden Film erzählt Jared P. Scott eine rhythmische Geschichte von Optimismus, Solidarität und Entschlossenheit und offenbart eine neue afrikanische Generation, die bereit ist, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Gesa bei der Probe in ParchimLandestheater in Parchim. Fotos: Real Fiction Filmverleih
Der Dokumentarfilmer Dieter Schumann kommt am Freitag, 22. November, um 19.30 Uhr, ins Fabrik.Kino zur Diskussion seines Films „“Dann gehste eben nach Parchim“. Lange haben Gesa und Arikia um einen Platz an einer Schauspielschule gekämpft. Nach ihrer Ausbildung landen sie auf keiner der großen Bühnen, sondern bekommen ihr erstes Engagement an einem kleinen Theater in der mecklenburgischen Stadt Parchim. Der Film begleitet die jungen Frauen während der ersten zwei Jahre, erzählt von ihren Hoffnungen und Zweifeln, den inneren und äußeren Widerständen. Mit und durch das Wachsen der Protagonistinnen wird der Film auch zu einer Hommage an das Theater selbst.
Christoph Hübner und Gabriele Voss (beide 1948 geboren) gehören zu den wichtigen zeitgenössischen Dokumentaristen. Nicht nur durch ihre Filme, auch durch ihre Texte und ihr filmpolitisches Engagement haben sie wichtige Beiträge zum Dokumentarfilm hierzulande und zur Wahrnehmung des Dokumentarfilms als einer eigenständigen, künstlerischen Form des Films beigetragen. Foto: FilmKino
Die beiden bekannten Dokumentarfilm-Regisseure Christoph Hübner und Gabriele Voss kommen nach Neustrelitz in das Fabrik.Kino am Sandberg, um zwei ihrer Filme vorzustellen. Am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr läuft im Fabrik.Kino 1 der Film „Nachlass“ in dem die beiden Filmemacher sich mit fünf Nachkommen von NS-Tätern und zwei von Holocaust-Überlebenden unterhalten. Die klug geführten und ruhigen Interviews werden nur unterbrochen von Aufnahmen des Umbaus der KZ-Gedenkstätte Buchenwald, der „Topographie des Terrors“ in Berlin und des Anfertigens von Stolpersteinen.
Im Rahmen der Weltwechselwochen (Strelitzius berichtete) lädt die SoLaWi Klein Trebbow am kommenden Donnerstag, den 14. November, um 19.30 Uhr zur Vorführung des Films „Ernte Teilen“ im Kino der „Alten Kachelofenfabrik“ in Neustrelitz ein. Im Anschluss folgt eine Gesprächsrunde mit dem Regisseur Philipp Petruch und dem Team der SoLaWi Klein Trebbow, selbst Protagonisten im Film.
Das Fabrik.Kino in Neustrelitz zeigt anlässlich des Todes von Thomas Heise „Heimat ist ein Raum aus Zeit“. Der sehr selten gespielte Film läuft nur am Mittwoch, dem 10. Juli, um 19 Uhr mit einer Pause.
Der bekannte Berliner Dokumentarfilmregisseur ist Ende Mai im Alter von nur 68 Jahren gestorben. Sein 3 1/2 Stunden langer Film „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ ist sein letzter Film, sein „Opus magnum“ aus dem Jahre 2019. Aus den vielfältigsten Zeugnissen seiner prominenten Vorfahren aus zwei Generationen vermisst der Dokumentarist Thomas Heise seine eigene Familiengeschichte als Konglomerat aus Flucht und Verfolgung.
Aus Briefen, Tagebucheinträgen, Fotografien und Landschaftsbildern entsteht ein schillerndes Mosaik des 20. Jahrhunderts, das Porträt einer Familie. Über die Weltkriege, den Holocaust, die DDR bis zur Nachwendezeit reicht der Bogen, der nicht versucht, persönlichen Erlebnissen Allgemeingültigkeit zu verleihen und gerade deswegen sehenswert ist. Die Texte liest er selbst aus dem Off vor.
Heises Eltern, die Germanistin Rosemarie und der Philosophieprofessor Wolfgang Heise waren DDR-Intellektuelle, die eng befreundet waren mit dem Theaterregisseur Heiner Müller. Der Film schlägt den großen Bogen von ersten Lieben über Väter, Mütter, Söhne und Brüder, die Deportation der Wiener Juden, Kriegstote in Dresden, Kunst und Literatur bis hin zum DDR-Sozialismus und in die heutige Zeit. Die Dokumente sind sorgfältig ausgewählt, und so erzählt Heise nicht weniger als die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.
„Ein großer Film, den wir in der Reihe ‚Beste Film‘ zeigen, ein Film der im Gedächtnis bleibt“, so Horst Conradt, Kinoleiter im Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik. Vorbestellungen unter der Telefonnummer 03981 – 20 31 45.
Am 4. April lädt der BUND Neubrandenburg zur Filmvorführung des neuen Dokumentarfilms über die Megastallanlage zur Ferkelzucht bei Alt Tellin ein. Der Film von Christian König wird um 18 Uhr im BUND-Büro (Friedländer Str. 12, Neubrandenburg) gezeigt. Mit dem Film erinnern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die BUNDjugend M-V gemeinsam an die Brandkatastrophe in Alt Tellin zum Jahrestag Ende März. An mehreren Orten in Mecklenburg-Vorpommern wird der neue Kurz-Film gezeigt. Der Film thematisiert die Entstehung der Megastall-Anlage in Alt Tellin, das furchtbare Brandereignis am 30. März 2021 und den Widerstand gegen die Massentierhaltung.
Fragen oder Anmeldungen nimmt Gordon Käbelmann unter der 0395 – 5666 512 oder per Mail unter der info@bund-neubrandenburg.de gern entgegen. Unterstützt wird die Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Stadtnatur statt Asphalt – Bürger*innen für Biodiversität“ mit Geldern von „BINGO! Die Umweltlotterie“ und der Postcode Lotterie.
Mutter und Tochter im Film LIEBE ANGST, Foto: real fiction-Filmverleih
Unter dem Motto „Die Erinnerung darf nie enden“ wird am 9. November um 18.30 Uhr nach dem Pogromgedenken in Altstrelitz im Kino 1 der Alten Kachelofenfabrik der Film „LIEBE ANGST“ (BRD 2022) von und mit Kim Seligsohn gezeigt. Anschließend gibt es ein Gespräch mit Kim Seligsohn.
Eine Shoa-Überlebende, die sechs Jahre alt war, als ihre Mutter nach Auschwitz deportiert wurde, ist auch sieben Jahrzehnte später noch immer eine Person, die über ihr Trauma nicht reden möchte. Ihre Tochter, Kim Seligsohn, leidet seit ihrer Kindheit unter der Passivität der Mutter und konnte nur mit Mühe für sich einen Weg der Befreiung finden. Dennoch versucht sie immer wieder, ein Gespräch mit ihrer Mutter zu erzwingen.
Der Dokumentarfilm nimmt an diesen Begegnungen teil und beleuchtet schonungslos die sich über drei Generationen erstreckende Familientragödie. Er bezeugt den Versuch eines Ablösungsprozess, der in der häufig zerrissenen Post-Shoa-Generation aber nie an ein Ende gelangt. In diesem Film zeigen die Filmemacherinnen eindrucksvoll auf, wie sehr sich Traumata von Flucht, Vertreibung und Verlust über mehrere Generationen hinweg in die Körper und Psychen derjenigen einschreiben, die überlebt haben.