Am Sonnabend, 18. Oktober, um 19.30 Uhr, wird in der Fabrik.Scheune neben der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz der vermutlich schönste österreichische Stummfilm – „Die Kleine Veronika“ von Robert Land zur Aufführung gebracht. Der Berliner Pianist Alexander Kraut wird den 1930 gedrehten Film am Flügel musikalisch begleiten.
Ein cineastisch-musikalisches Highlight erwartet die Besucher des Grüneberg-Orgelsommers am kommenden Sonntag, dem 10. August, um 17 Uhr, in der Stadtkirche Neustrelitz: Kantor Lukas Storch begleitet live den berühmten Stummfilm „Berlin – Sinfonie der Großstadt“ auf der historischen Grüneberg-Orgel.
Der Stummfilm PROJEKT DES INGENIEURS PRIGHT von Lew Kuleschow (Russland 1918) wird mit Live-Musikbegleitung am 15. März um 19.30 Uhr im Fabrik.Kino in Neustrelitz gezeigt. der Streifen ist eine Mischung aus flott geschnittener Liebesromanze und wilder Verfolgungsjagd. Bezeichnenderweise spielt der sowjetische Ur-Avantgardefilm, in dem eine neue Art der Energiegewinnung das Ölkapital besiegen soll, in der Neuen Welt, das heißt: In einem Leinwand-Amerika.
Der Stummfilm „True Heart Susie“ von David W. Griffith, USA 1919, wird am 15. Februar um 19.30 im Neustrelitzer Fabrik.Kino 1 mit der Live-Musikbegleitung von Alexander Kraut, Berlin, zur Aufführung gebracht.
Die junge Susie liebt den Nachbarsjungen William. Ohne sein Wissen finanziert sie seine Ausbildung mit ihrer eigenen Hände Arbeit und opfert damit ihr eigenes Glück. Denn als William es bis zum Priester bringt, muss Susie als einfaches Mädchen vom Land erkennen, dass der kultivierte Mann für sie unerreichbar geworden ist. William heiratet die hedonistische Bettina. Da hilft es nichts, dass Susie weiß, dass Bettina William gar nicht liebt und sich heimlich mit ihrem Liebhaber trifft. Allein, weil sie so friedliebend und uneigennützig ist, schweigt sie. Erst als die Tante der Frau dem Geliebten reinen Wein einschenkt, kommt er zur Besinnung.
Die Stummfilmreihe mit Live-Musikbegleitung geht auch dieses Jahr im Kino in der Alten Kachelofenfabrik weiter. Am kommenden Sonnabend, den 18. Januar, um 19.30 Uhr, wird der Film „Nanuk der Eskimo“ gezeigt, USA 1921 in der Regie von Robert J. Flaherty. Es handelt sich bei dem Film um einen der bedeutendsten Dokumentarfilme der Stummfilmära. Der US-amerikanische Regisseur Flaherty verbrachte mehrere Monate in der Arktis, um den Ureinwohner Nanuk und seine Familie bei den alltäglichen Verrichtungen mit der Kamera zu beobachten. Dokumentiert wird das alltägliche Leben und die Arbeit, wie Robben- und Walrossjagd, Fischfang, Iglubau, Fellhandel, Pflege der Kinder und Betreuung der Schlittenhunde.
Am Donnerstag, dem 21. November, um 19.30 Uhr, wird im Fabrik.Kino am Neustrelitzer Sandberg der 1923 gedreht Stummfilm „Das alte Gesetz“ von Ewald André Dupont mit Henny Porten und Ruth Weyher in den Hauptrollen aufgeführt. Der Film wird live musikalisch begleitet von Alexander Kraut aus Berlin.
In Galizien sehnt sich um 1850 der Sohn eines orthodoxen Rabbiners danach, Schauspieler zu werden. Er verlässt sein Schtetl, schließt sich fahrenden Theaterleuten an und hat auf einem Landsitz der Erzherzogin Elisabeth Theresia das Glück, dass sich die Herrscherin in ihn verliebt und ihm den Weg ans Wiener Burgtheater eröffnet.
Im Kino in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz beginnen wieder die Stummfilmaufführungen mit Live-Musikbegleitung durch Alexander Kraut aus Berlin. Den Auftakt bilden am kommenden Sonnabend, 20. Januar, um 19.30 Uhr, zwei 45-minütige Filme, die von dem schon Anfang des 20. Jahrhunderts sehr berühmten Theaterregisseur Max Reinhardt, gedreht wurden: „Die Insel der Seligen“, Deutschland 1913, und „Eine venezianische Nacht“, Deutschland 1914.
In der „Insel der Seligen“ sind zwei junge Mädchen auf der Suche nach Jünglingen und haben schnell Erfolg. Ihren Vätern missfällt dies, denn sie hatten bereits selbst Heiratskandidaten für die Töchter ausgesucht. Die Mädchen fliehen mit einem Ruderboot auf eine Insel mit Göttern, Nymphen, Faunen und Wasserteufeln. Ihnen folgen die Jünglinge und alsbald auch die Väter mit den Junggesellen. Die Götter und insbesondere Amor stellen mit den Menschen allerlei Spielchen und Neckereien an und führen die jungen Paare zusammen. Die Väter werden von Circe in Schweinchen verwandelt und ziehen am Schluss eines Triumphzuges wieder von der Insel. Wegen vieler Nacktszenen sollte ein Teil des Films der Zensur zum Opfer fallen. Die Schnittauflagen wurden allerdings nicht wie vorgeschrieben durchgeführt, so dass der Film weitgehend so erhalten ist, wie Reinhardt ihn inszeniert hat.
„Eine Venezianische Nacht“ war dann der zweite Film in der Regie von Max Reinhardt. Dieser Film wurde im April 1914 in die deutschen Kinos gebracht. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der deutsche Bildungsreisende cand. phil. Anselmus Aselmeyer. Dieser wird bei seiner Ankunft in Venedig von dem skurrilen Hausdiener Pipistrello abgefangen und in die Herberge seines Arbeitgebers geleitet. Dort wird Aselmeyer Zeuge der Hochzeit des korpulenten Ölhändlers Mestre Mangiabene mit der Marchesina dei Bisognosi. Diese schöne, junge, aber verarmte Adelige liebt wiederum jemand anderen, einen jungen Offizier. Diese Erlebnisse mitsamt ihren Protagonisten begegnen dem jungen Studiosus in der folgenden Nacht als wüster Albtraum mit Liebe und Leidenschaft, Eifersucht und Mord als zentralen Ingredienzen.
Anselmus Aselmeyer ist derart tief in seinem nicht enden wollenden Alptraum gefangen, dass er nicht bemerkt, wie der völlig betrunkene Bräutigam kurzerhand gleich neben ihm auf seinem Herbergsbett abgeladen wird. Von der vergangenen Nacht schwer in Mitleidenschaft gezogen, flieht Anselmus daraufhin am nächsten Morgen Hals über Kopf aus der unheimlichen Herberge. In einer Filmzeitschrift heißt es im April 1914: „Auch die kleineren Rollen sind mit bekannten Künstlern besetzt. So stehen wir hier vor einem prächtigen Werk, in dem die lockende Musik des Südens erklingt.“ Die Filme werden im alten 35-mm-Filmformat vorgeführt, und die Live-Musikbegleitung macht den Abend zu einem sehr besonderen Erlebnis.