Marc Reinhardt (Mitte) wurde erneut zum Kreisvorsitzenden gewählt.
Beim Kreisparteitag der CDU-Mecklenburgischen Seenplatte, der am vergangenen Samstag in Demmin stattfand, wurde ein neuer Kreisvorstand gewählt. Der Landtagsabgeordnete Marc Reinhardt wurde mit einer beeindruckenden Mehrheit von 96 Prozent der Stimmen erneut zum Kreisvorsitzenden gewählt. Der Neukalener bedankte sich für das große Vertrauen und versprach, den eingeschlagenen Kurs der Kreispartei und den engagierten Wahlkampf im Superwahljahr 2025 in der Mecklenburgischen Seenplatte fortzusetzen. Der Parteitag in Demmin unterstrich einmal mehr die Geschlossenheit der CDU in der Mecklenburgischen Seenplatte und setzte ein klares Zeichen für eine zukunftsorientierte Politik im Kreis, heißt es in einer Pressemitteilung.
Im Kino in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz beginnen wieder die Stummfilmaufführungen mit Live-Musikbegleitung durch Alexander Kraut aus Berlin. Den Auftakt bilden am kommenden Sonnabend, 20. Januar, um 19.30 Uhr, zwei 45-minütige Filme, die von dem schon Anfang des 20. Jahrhunderts sehr berühmten Theaterregisseur Max Reinhardt, gedreht wurden: „Die Insel der Seligen“, Deutschland 1913, und „Eine venezianische Nacht“, Deutschland 1914.
In der „Insel der Seligen“ sind zwei junge Mädchen auf der Suche nach Jünglingen und haben schnell Erfolg. Ihren Vätern missfällt dies, denn sie hatten bereits selbst Heiratskandidaten für die Töchter ausgesucht. Die Mädchen fliehen mit einem Ruderboot auf eine Insel mit Göttern, Nymphen, Faunen und Wasserteufeln. Ihnen folgen die Jünglinge und alsbald auch die Väter mit den Junggesellen. Die Götter und insbesondere Amor stellen mit den Menschen allerlei Spielchen und Neckereien an und führen die jungen Paare zusammen. Die Väter werden von Circe in Schweinchen verwandelt und ziehen am Schluss eines Triumphzuges wieder von der Insel. Wegen vieler Nacktszenen sollte ein Teil des Films der Zensur zum Opfer fallen. Die Schnittauflagen wurden allerdings nicht wie vorgeschrieben durchgeführt, so dass der Film weitgehend so erhalten ist, wie Reinhardt ihn inszeniert hat.
„Eine Venezianische Nacht“ war dann der zweite Film in der Regie von Max Reinhardt. Dieser Film wurde im April 1914 in die deutschen Kinos gebracht. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der deutsche Bildungsreisende cand. phil. Anselmus Aselmeyer. Dieser wird bei seiner Ankunft in Venedig von dem skurrilen Hausdiener Pipistrello abgefangen und in die Herberge seines Arbeitgebers geleitet. Dort wird Aselmeyer Zeuge der Hochzeit des korpulenten Ölhändlers Mestre Mangiabene mit der Marchesina dei Bisognosi. Diese schöne, junge, aber verarmte Adelige liebt wiederum jemand anderen, einen jungen Offizier. Diese Erlebnisse mitsamt ihren Protagonisten begegnen dem jungen Studiosus in der folgenden Nacht als wüster Albtraum mit Liebe und Leidenschaft, Eifersucht und Mord als zentralen Ingredienzen.
Anselmus Aselmeyer ist derart tief in seinem nicht enden wollenden Alptraum gefangen, dass er nicht bemerkt, wie der völlig betrunkene Bräutigam kurzerhand gleich neben ihm auf seinem Herbergsbett abgeladen wird. Von der vergangenen Nacht schwer in Mitleidenschaft gezogen, flieht Anselmus daraufhin am nächsten Morgen Hals über Kopf aus der unheimlichen Herberge. In einer Filmzeitschrift heißt es im April 1914: „Auch die kleineren Rollen sind mit bekannten Künstlern besetzt. So stehen wir hier vor einem prächtigen Werk, in dem die lockende Musik des Südens erklingt.“ Die Filme werden im alten 35-mm-Filmformat vorgeführt, und die Live-Musikbegleitung macht den Abend zu einem sehr besonderen Erlebnis.
Als kleines Juwel erweist sich die erste Ausstellung, die in der Jahn-Kapelle in Klein Vielen ab 4. August gezeigt wird: Im hellen, kühlen Raum der achteckigen Kapelle können die Figuren, die der Künstler Thomas Reinhardt geschaffen hat, ihre ganze Schönheit entfalten. Auf dem Foto sieht man, wie der Bildhauer seine Hände fast fürsorglich-fragend um den Kopf der von ihm geschaffenen ruhenden Figur hält. Im Dialog mit dem Material hat sich eine Form herausgeschält, die nicht von vornherein in einer Skizze oder Zeichnung angelegt war, sondern erst allmählich Gestalt angenommen hat: millimeterweise entsteht bei Reinhardt die Bild-Idee.
Eine solche Arbeit benötigt unendlich viel Konzentration, Geduld und Ausdauer. Als anregend und prägend hat Reinhardt immer die Beschäftigung mit dem bildhauerischen Werk von Wilhelm Lehmbruck, aber auch mit dem von Werner Stötzer empfunden.