Zum Holocaust-Gedenktag lädt das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz am 27. Januar um 18.30 Uhr zu einer Lesung mit Reinhard Simon aus seinem neuen Buch „Abschied in Sobibor“ ein. Die Recherchen von Reinhard Simon zu der tragischen Geschichte der Neustrelitzerin begannen mit einem Namen im Gedenkbuch des Vernichtungslagers Sobibor: „Lilli Lucie Simon, geboren 1906 in Neustrelitz, ermordet am 23.07.1943 in Sobibor – gemeinsam mit ihrem einjährigen Sohn Eli“.
Mutter und Tochter im Film LIEBE ANGST, Foto: real fiction-Filmverleih
Unter dem Motto „Die Erinnerung darf nie enden“ wird am 9. November um 18.30 Uhr nach dem Pogromgedenken in Altstrelitz im Kino 1 der Alten Kachelofenfabrik der Film „LIEBE ANGST“ (BRD 2022) von und mit Kim Seligsohn gezeigt. Anschließend gibt es ein Gespräch mit Kim Seligsohn.
Eine Shoa-Überlebende, die sechs Jahre alt war, als ihre Mutter nach Auschwitz deportiert wurde, ist auch sieben Jahrzehnte später noch immer eine Person, die über ihr Trauma nicht reden möchte. Ihre Tochter, Kim Seligsohn, leidet seit ihrer Kindheit unter der Passivität der Mutter und konnte nur mit Mühe für sich einen Weg der Befreiung finden. Dennoch versucht sie immer wieder, ein Gespräch mit ihrer Mutter zu erzwingen.
Der Dokumentarfilm nimmt an diesen Begegnungen teil und beleuchtet schonungslos die sich über drei Generationen erstreckende Familientragödie. Er bezeugt den Versuch eines Ablösungsprozess, der in der häufig zerrissenen Post-Shoa-Generation aber nie an ein Ende gelangt. In diesem Film zeigen die Filmemacherinnen eindrucksvoll auf, wie sehr sich Traumata von Flucht, Vertreibung und Verlust über mehrere Generationen hinweg in die Körper und Psychen derjenigen einschreiben, die überlebt haben.