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Dokfilm, Fabrik.Kino, Heimat ist ein Raum aus Zeit, Heise, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz
Das Fabrik.Kino in Neustrelitz zeigt anlässlich des Todes von Thomas Heise „Heimat ist ein Raum aus Zeit“. Der sehr selten gespielte Film läuft nur am Mittwoch, dem 10. Juli, um 19 Uhr mit einer Pause.
Der bekannte Berliner Dokumentarfilmregisseur ist Ende Mai im Alter von nur 68 Jahren gestorben. Sein 3 1/2 Stunden langer Film „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ ist sein letzter Film, sein „Opus magnum“ aus dem Jahre 2019. Aus den vielfältigsten Zeugnissen seiner prominenten Vorfahren aus zwei Generationen vermisst der Dokumentarist Thomas Heise seine eigene Familiengeschichte als Konglomerat aus Flucht und Verfolgung.
Aus Briefen, Tagebucheinträgen, Fotografien und Landschaftsbildern entsteht ein schillerndes Mosaik des 20. Jahrhunderts, das Porträt einer Familie. Über die Weltkriege, den Holocaust, die DDR bis zur Nachwendezeit reicht der Bogen, der nicht versucht, persönlichen Erlebnissen Allgemeingültigkeit zu verleihen und gerade deswegen sehenswert ist. Die Texte liest er selbst aus dem Off vor.
Heises Eltern, die Germanistin Rosemarie und der Philosophieprofessor Wolfgang Heise waren DDR-Intellektuelle, die eng befreundet waren mit dem Theaterregisseur Heiner Müller. Der Film schlägt den großen Bogen von ersten Lieben über Väter, Mütter, Söhne und Brüder, die Deportation der Wiener Juden, Kriegstote in Dresden, Kunst und Literatur bis hin zum DDR-Sozialismus und in die heutige Zeit. Die Dokumente sind sorgfältig ausgewählt, und so erzählt Heise nicht weniger als die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.
„Ein großer Film, den wir in der Reihe ‚Beste Film‘ zeigen, ein Film der im Gedächtnis bleibt“, so Horst Conradt, Kinoleiter im Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik. Vorbestellungen unter der Telefonnummer 03981 – 20 31 45.
