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Fußball, Hansa Rostock, Landespokal, Mecklenburg-Strelitz, Spielbericht, TSG Neustrelitz

Die Oberligisten der TSG Neustrelitz waren ganz nahe an der Sensation dran. In der dritten Runde des Landespokals hielten sie sich heute Nachmittag 120 Minuten lang die Option offen, als Sieger gegen den Drittligisten vom Platz zu gehen. Dann meinte Schiedsrichter Lukas Eichenberg ein Zupfen am Trikot eines Rostockers mit einem Strafstoß ahnden zu müssen. Den verwandelte Jonas Michel Dirkner mit einem satten Schuss in den Dreiangel, keine Chance für den wieder großartig haltenden Paul Benjamin Krause im Kasten der Residenzstadtkicker. Das Pfeifkonzert von den Rängen, knapp 4000 Zuschauer waren ins Neustrelitzer Parkstadion gekommen, begleitete Eichenberg bis in die Kabine.
Die Neustrelitzer hatten den favorisierten Hanseaten eine wahre Abwehrschlacht geliefert, auch wenn den Gastgebern gegen den Favoriten die spielerischen Mittel fehlten, zu ernsthaften eigenen Torchancen zu kommen. Zur Halbzeit war Manuel Härtel für Nick Höfer eingewechselt worden, der auch den einen oder anderen Ausflug Richtung Gegners Tor unternahm, aber seine Zugkraft reichte allein nicht aus. Dafür stand die TSG hinten bravourös, sämtliche Spieler brachten sich aufopferungsvoll ein, und wurde es doch brenzlig, zeigte Krause, was er drauf hat. Bei den Rostockern machte sich zunehmend Verzweiflung ob der Erfolgslosigkeit breit. Der Hansa-Anhang verlieh seiner Enttäuschung über die alles andere als überzeugende Kogge mit Böllern Ausdruck. Kurz musste das Spiel deshalb auch unterbrochen werden.
Kapitän Röth: Bis zum Umfallen gekämpft
Am Ende grenzenlose Enttäuschung bei den Strelitzer Jungs, auch die eine oder andere Träne floss. Nachvollziehbar, dass sie sich so denkbar kurz vor dem Erreichen des Elfmeterschießens betrogen fühlten. „Einfach nur danke an die Mannschaft und an die Fans, die uns getragen haben“, sagte mir Kapitän Nils Röth nach dem Spiel. „Die Jungs haben bis zum Umfallen gekämpft. Ich hätte mir ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter gewünscht. Als unterklassige Mannschaft hätten wir es verdient ins Elfmeterschießen zu kommen. Es ist unfassbar schade, dass es so ausgegangen ist. Ich bin aber einfach nur stolz auf unsere heutige Leistung.“
„Unser Team hat alles gegeben, alles reingehauen, was wollte man mehr gegen einen Drittligisten erwarten. Beeindruckend! Und am Ende entscheidet eine Person und macht die ganze Leistung der Jungs kaputt“, kommentierte Coach Thomas Franke sauer die Partie im Gespräch mit mir. „Das tut mir im Herzen weh. Ich bin sehr, sehr froh, Trainer dieser Truppe sein zu dürfen.“
„Die Mannschaft hat 120 Minuten lang unglaubliche Disziplin, Leidenschaft und Mentalität gezeigt. Ein solches Spiel noch zu verlieren, ist mehr als traurig“, so Lothar Hamann, Sportlicher Leiter der TSG Neustrelitz, gegenüber Strelitzius. „Wir werden jetzt das Positive für uns herausziehen, immerhin haben wir gegen einen Drittligisten großartig gespielt.“
Präsident fassungslos
Das letzte Wort heute hat bei mir im Blog TSG-Präsident Nico Manke: „Ich bin fassungslos. Eine solche Schiedsrichterentscheidung geht gar nicht, das habe ich auch noch nicht erlebt. Das ist sehr bitter, so etwas macht man nicht. Ich kann nur hoffen, dass unsere Jungs nicht lange geknickt sind und den Schwung von heute mit hinüber in den Liga-Alltag nehmen. Wenn sie die mannschaftliche Geschlossenheit von heute am kommenden Wochenende in Rathenow auf den Platz bringen, ist mir nicht bange.“
Am nächsten Sonnabend gastiert die TSG Neustrelitz (11.) bei Optik Rathenow (12.). Und am 27. Oktober kommt die Eintracht aus Mahlsdorf (7.) ins Neustrelitzer Parkstadion.












