Am 2. August ist es wieder soweit: Der Christopher-Street-Day (CSD) zieht durch die Straßen von Neubrandenburg. Dieses Jahr ist es besonders wichtig, denn die Situation für queere Menschen verschärft sich zunehmend. „Es geht hier nicht mehr nur um irgendwelche Symbole, es geht um viel mehr – um das Bewahren der Menschlichkeit. Die Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen steigt stetig an, und hart erkämpfte politische Erfolge werden von Rechtsextremen zunichte gemacht. Doch wir lassen uns unsere Rechte und unsere Sichtbarkeit nicht rauben!“, erklärt CSD-Sprecher Nils Berghof.
Am bundesweiten Demonstrationstag wird es auch in der Neubrandenburger Innenstadt eine Kundgebung mit anschließendem Umzug geben.
Als Erstunterzeichner unterstützen die Vereine queerNB & Queer-Strelitz die Kampagne „Wähl Liebe“ der bundesweiten CSD Bewegung im Vorfeld zur Bundestagswahl. „Damit möchten wir (Nicht-) Wählerinnen für die Rechte der queeren Community sensibilisieren und dafür gewinnen, bei der Wahl am 23. Februar 2025 demokratische Parteien zu wählen, die für Vielfalt, Toleranz und Gleichberechtigung eintreten. Die queere Community in den ländlichen Regionen und Städten der Mecklenburgischen Seenplatte muss zusammenrücken. Immer stärker wird der Druck von rechtsextremen Kräften auf uns hier“, so Lisa Mau Vorstandsmitglied bei Queer-Strelitz e.V.
„Am frühen Montagabend bemerkte ich, dass zwei Fenster des Queeren Zentrums eingeworfen waren. Im Dachgeschoss lagen die Scherben im ganzen Raum“, berichtet queerNB-Vorstandsmitglied Nils Berghof über den jüngsten Angriff auf das Wiekhaus 46 in Neubrandenburg (Strelitzius berichtete). Es handelt sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art am erst in diesem Jahr eröffneten Queeren Zentrums. So wurde bereits mehrmals das Eingangsschild mit Stickern der rechtsextremen Jungen Alternativen überklebt und mit Nazicodes beschmiert. Zuletzt wurde im Oktober die am Wiekhaus wehenden Regenbogenflagge gestohlen und dabei auch der Flaggenmast zerstört.
Am frühen Montagabend wurde der Polizei in Neubrandenburg eine Sachbeschädigung am Vereinshaus von queerNB in der 4. Ringstraße in der Innenstadt gemeldet. Demnach haben bislang unbekannte Täter in der Zeit vom 30. November, 12 Uhr, bis zum Zeitpunkt der Meldung zwei Fenster auf der Rückseite des Gebäudes mittels Stein beschädigt. Es entstand ein Sachschaden von circa 100 Euro.
Am heutigen Sonnabend in der Zeit zwischen 2 und 9 Uhr ist es am Zentrum des queerNB e.V. in der 4. Ringstraße in Neubrandenburg zum Diebstahl einer Regenbogenfahne gekommen. Nach derzeitigem Kenntnisstand beschädigten der oder die bislang unbekannten Täter den Fahnenmast und entwendeten die daran befestigte Fahne.
Der Verein queerNB e. V. ruft unter dem Motto „Neubrandenburg für queere Sichtbarkeit“ zu einer Demonstration auf. Die Veranstaltung soll am Donnerstag, den 17. Oktober um 17.30 Uhr vor dem Rathaus beginnen. Von dort aus soll sich der Demonstrationszug durch das Katharinenviertel über den Marktplatz bis hin zum Bahnhof bewegen. Unterwegs sind mehrere Zwischenkundgebungen mit Redebeiträgen geplant.
Zudem ruft der Verein mit der Aktion „Neubrandenburg, Regenbogen steht dir!“ dazu auf, Regenbogenflaggen an privaten Fenstern, Balkonen und Flaggenmasten aufzuhängen. „Wir wollen damit ein Stadtbild schaffen, dass für Vielfalt und Akzeptanz steht“, erklärt Nils Berghof, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, die Idee hinter der Aktion.
Den jüngsten Beschluss der Stadtvertretung zur Regenbogenflagge am Bahnhof kommentiert Berghof: „Sie versuchen, uns die Symbole zu nehmen, unter denen wir uns versammeln. Sie versuchen uns zurück in dunkle Kammern an den Rand der Gesellschaft zu sperren. So war es schon einmal.“
Vorstandsvorsitzender Marcel Spittel ergänzt: „Die rechtsextremen Demos gegen CSDs und Anschläge auf unser Queeres Zentrum zeigen, dass die Rechte queerer Menschen in Gefahr sind. Wir brauchen in dieser Situation die Solidarität der breiten Gesellschaft. Was wir nicht brauchen, sind demokratische gefassten Beschlüsse, durch die die Sichtbarkeit queeren Lebens weiter eingeschränkt wird. Neubrandenburg ist bunt und vielfältig. Das haben heute hunderte Menschen vor dem Neubrandenburger Bahnhof gezeigt und das wollen wir auch auf unserer Demo zum Ausdruck bringen.“
Nachdem am gestrigen Dienstagmorgen die Regenbogenflagge am Bahnhof Neubrandenburg entwendet und durch eine Flagge mit verfassungsfeindlichen Symbolen ersetzt wurde (Strelitzius berichtete), zeigen queerNB e.V. und das Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Lösungen klare Kante gegen Queerfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung. „Dem mit dem Diebstahl und dem Verwenden einer Hakenkreuzflagge verbundenen Angriff auf unsere demokratische und freiheitliche Grundordnung wollen wir etwas entgegensetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Am heutigen 14. August rufen wir gemeinsam dazu auf, um 18 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz ein Zeichen der Vielfalt zu setzen. Bei der Kundgebung, die auch eine Fotoaktion mit Regenbogen-Regenschirmen beinhaltet, wird die erschreckend steigende Anzahl queerfeindlicher Angriffe, die Verrohung des politischen Diskurses und Vermehrung von Hasskriminalität thematisiert. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam gegen Hass und Diskriminierung einstehen und unsere Solidarität mit Minderheiten wie der LGBTQIA+ Community zeigen.“
Am gestrigen Freitag hissten Vertreterinnen des queerNB e.V. gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Neubrandenburg, Christina Küster, dem Fachbereichsleiter Schule, Kultur, Sport und Recht, Dominik Meyer zu Schlochtern sowie der Bürgerbeauftragten Conny Kapler die Regenbogenflaggen am Rathaus. Diese zeigen symbolisch den Beginn der Neubrandenburger CSD Kulturwochen an, die mit einem bunten Programm den CSD Neustrelitz am 8. Juni umrahmen werden.
Nils Berghof betont, „besonders nach dem Diebstahl einer Regenbogenflagge zum IDAHOBIT ist es wichtig, dass wir uns nicht einschüchtern lassen und wir freuen uns, dass es mit dem CSD Neustrelitz dieses Jahr auch wieder einen CSD in der Mecklenburgischen Seenplatte gibt. Nächstes Jahr sehen wir uns dann wieder beim CSD Neubrandenburg, der Termin wird noch bekannt gegeben. Vom 30.05. bis zum 30.06. freuen wir uns auf Veranstaltungshighlights wie Lesungen, Spielabende, einen Workshop zum Thema Trans*, eine Andacht, eine Karaoke-Party und vieles mehr.“
Weitere Informationen unter https://queernb.de/ oder auf Instagram @queer_nb.
Am morgigen Freitag, den 17. Mai, werden auf dem Marktplatz in Neubrandenburg von 16 bis 19 Uhr ein Regenbogenstand und eine Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) stattfinden. Die Veranstaltung wird vom Verein queerNB e.V. organisiert und soll ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten setzen.
Um 17 Uhr startet die Kundgebung mit einem kurzen Redebeitrag, gefolgt von einer besonderen Aktion: Gemeinsam mit allen Anwesenden soll eine lebendige Regenbogenflagge dargestellt werden. Dazu sind die Neubrandenburger:innen aufgerufen, sich auf den sechs Stufen des HKB zu versammeln. Auf jeder Stufe werden rote, orangene, gelbe, grüne, blaue oder violette Blätter verteilt, um so eine eindrucksvolle Regenbogenflagge zu erzeugen.
Die Organisatoren laden alle Mitglieder der Gemeinschaft sowie Unterstützer:innen und Interessierte ein, an der Kundgebung teilzunehmen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen. QueerNB-Vorstandsmitglied Nils Berghof: „Gemeinsam setzen wir ein Zeichen für eine Welt, in der alle Menschen frei sind, authentisch zu sein und ohne Angst vor Diskriminierung leben können.“
Ab dem 16. Januar wird es ein neues Beratungsangebot für queere Menschen und deren Angehörige in Neubrandenburg geben. Dazu haben der Verein queerNB e. V. und die rosalila Beratung & Bildung eine Vereinbarung abgeschlossen. „Unser Beratungsangebot für queere Menschen und deren Angehörige gibt es schon seit vielen Jahren. Neu ist jedoch die Verknüpfung mit den Veranstaltungen des Vereins queerNB“, erklärt der ehrenamtliche Geschäftsführer André Sandmann. Die Diplom-Sozialpädagog*innen André Sandmann und Iris Arndt sind für die Realisierung der Beratung zuständig.
Marcel Spittel, Vorsitzender des Vereins queerNB, ergänzt: „Der Queere Stammtisch und der U27 MeetUp sind bewährte Veranstaltungsformate unseres Vereins. Sie werden nicht nur von queeren Menschen aus Neubrandenburg, sondern auch aus der Umgebung wahrgenommen. Vielen geht es dabei vor allem um das soziale Miteinander. Manche treiben aber auch Fragen um, etwa zum Thema Coming-Out. Da ist es gut zu wissen, dass ein professionelles Beratungsangebot unkompliziert vor Ort erreicht werden kann.“
Jeweils vor dem Queeren Stammtisch und dem U27 MeetUp wird rosalila für zwei Stunden Beratung anbieten. Die Beratung erfolgt anonym und ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Angebot findet im 1. Obergeschoss im Wiekhaus 46, 4. Ringstr. 46 in Neubrandenburg statt. Der Beratungsraum ist nur über eine Treppe erreichbar.
Beratungstermine im Januar:
16. Januar 2024, 16:30–18:30 Uhr 26. Januar 2024, 18:00–20:00 Uhr Weitere Termine: www.queernb.de/termine